Der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat treibt seine finanzielle Neuaufstellung voran. Am 23. Februar kündigte der Konzern die Emission von Senior Notes über 1,5 Milliarden Euro an – ein zentraler Baustein zur Ablösung teurer Altschulden. Die Maßnahme soll die Zinsbelastung deutlich senken und die Bilanz weiter entlasten.

Zwei Tranchen ersetzen teure Anleihen

Die Emission umfasst Senior Notes mit Laufzeiten bis 2031 und 2033, garantiert von Eutelsat S.A. und OneWeb Holdings Limited. Laut Bloomberg soll die fünfjährige Tranche eine Rendite von rund 6,375 Prozent bieten, die siebenjährige etwa 6,875 Prozent. Fitch bewertet beide mit einem erwarteten Rating von BB.

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Die Erlöse fließen zusammen mit 400 Millionen Euro aus einer bereits im November gesicherten Kreditlinie in die Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten. Konkret plant Eutelsat die vollständige Ablösung der 600-Millionen-Anleihe mit 2,25 Prozent Kupon (Fälligkeit 2027) sowie der 600-Millionen-Anleihe mit 9,75 Prozent (Fälligkeit 2029). Zudem sollen ein Darlehen und eine Kreditfazilität aus 2021 gekündigt werden.

Besonders die Ablösung der hochverzinsten 2029er-Anleihe dürfte die laufenden Zinskosten spürbar reduzieren. European Spaceflight berichtete, Eutelsat ersetze damit "ältere, teurere Kredite" und verlängere seine Rückzahlungszeiträume bis ins nächste Jahrzehnt.

Refinanzierungsplan nimmt Gestalt an

Die Anleiheemission reiht sich in eine Serie finanzieller Maßnahmen ein. Im Dezember 2025 schloss Eutelsat eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro ab, die zu Hochstufungen durch Moody's und Fitch führte. Anfang Februar sicherte sich der Konzern zudem rund eine Milliarde Euro an staatlich garantierter Exportkreditfinanzierung für neue LEO-Satelliten.

Die operative Entwicklung unterstützt die Refinanzierungsstrategie. Im ersten Halbjahr 2025-26 (Juli bis Dezember) erwirtschaftete Eutelsat einen Umsatz von 592 Millionen Euro – stabil auf vergleichbarer Basis. Das LEO-Geschäft legte um knapp 60 Prozent auf 111 Millionen Euro zu und macht mittlerweile rund 20 Prozent der Gesamterlöse aus. Das bereinigte EBITDA erreichte 308 Millionen Euro bei einer Marge von 52,1 Prozent.

Die Nettoverschuldung sank auf 1,3 Milliarden Euro. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA verbesserte sich von 3,92x vor einem Jahr auf 2,00x. Einen Dämpfer gab es Ende Januar: Der geplante Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure scheiterte, wodurch erwartete Erlöse von 550 Millionen Euro entfielen. Eutelsat passte daraufhin die Jahresprognose für die Verschuldungsquote von 2,5x auf etwa 2,7x an.

Kurs erholt sich nach volatiler Phase

Die Aktie notierte am 24. Februar bei 2,26 Euro. Nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 13. Februar war der Kurs um knapp zwölf Prozent gestiegen. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 1,15 bis 9,30 Euro – ein Beleg für die erheblichen Schwankungen im vergangenen Jahr. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2,6 Milliarden Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Eutelsat seine Ziele: stabile Umsätze in den vier operativen Segmenten und ein LEO-Wachstum von etwa 50 Prozent. Die mittelfristige EBITDA-Margenzielmarke für 2028-29 hob der Konzern von 60 auf 65 Prozent an. Am 12. Mai folgen die Zahlen für das dritte Quartal. Die erfolgreiche Platzierung der Anleihe würde den Refinanzierungsplan weitgehend abschließen und die finanzielle Basis für die strategischen Wachstumsinvestitionen festigen.

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