Covestro Aktie: XRG macht ernst
Für die freien Aktionäre des Leverkusener Kunststoffkonzerns hat das letzte Kapitel begonnen. Der Großaktionär XRG hat die entscheidende Schwelle von 95 Prozent überschritten und plant nun den vollständigen Ausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre. Während das operative Geschäft unter massiver Schwäche leidet, bestimmt an der Börse nur noch die Erwartung der Barabfindung den Kurs.
Zwangsausschluss beschlossene Sache
Die Würfel sind gefallen: Nachdem XRG gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft nun 95,1 Prozent der Anteile hält, wurde der formelle Prozess für einen Squeeze-out eingeleitet. Ziel ist es, die restlichen Kleinaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen. Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Covestro unterstützen das Vorhaben grundsätzlich.
Der entsprechende Beschluss soll auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 gefasst werden. Sobald dieser Schritt im Handelsregister eingetragen ist, gehen die verbliebenen Aktien automatisch auf den Großaktionär über. An der Börse spiegelt sich dieses Szenario deutlich wider: Die Aktie notiert mit zuletzt 60,34 Euro nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Der Kurs hat sich damit von den fundamentalen Problemen des Konzerns entkoppelt und fungiert primär als Wette auf die Höhe der Abfindung.
Zahlenwerk tief rot
Wie notwendig ein starker Partner für Covestro geworden ist, zeigen die desaströsen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Konzernumsatz schrumpfte um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis (EBITDA) um fast ein Drittel auf 740 Millionen Euro einbrach. Besonders alarmierend ist der negative Free Operating Cash Flow von minus 283 Millionen Euro.
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Verantwortlich für die Talfahrt sind anhaltende Überkapazitäten im Markt, Preisdruck und eine schwache Anlagenauslastung. Eine Dividende fällt angesichts dieser Bilanz zum vierten Mal in Folge aus. Parallel zur wirtschaftlichen Misere steht auch ein personeller Umbruch an: Der langjährige Vorstandschef Dr. Markus Steilemann wird seinen Vertrag nicht verlängern, und auch der Finanzvorstand verlässt das Unternehmen im September.
Der Fahrplan bis Mai
Der Rückzug vom Kapitalmarkt läuft bereits auf Hochtouren. Seit Februar ist Covestro nicht mehr im Prime Standard gelistet, was die Berichtspflichten deutlich reduziert. Mit Ablauf des 5. Mai 2026 endet auch die Zulassung zum regulierten Markt endgültig, danach wird das Papier nur noch im General Standard geführt, bis der Squeeze-out vollzogen ist.
Für Anleger, die jetzt noch investiert sind, ist das operative Tagesgeschäft irrelevant geworden. Der Fokus liegt ausschließlich auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026. Die entscheidende Unbekannte bleibt die konkrete Höhe der Barabfindung, die XRG den verbliebenen Aktionären anbieten muss. Bis zu diesem Termin dürfte der Kurs in einer engen Bandbreite um die erwartete Abfindungshöhe pendeln.
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