Xiaomi Aktie: Roboter-Premiere in EV-Fabrik
Xiaomi-Chef Lei Jun hat am Mobile World Congress eine bemerkenswerte Entwicklung präsentiert: Hauseigene humanoide Roboter arbeiten erstmals in der Elektrofahrzeugproduktion des Konzerns. Während das Unternehmen damit technologisches Neuland betritt, belastet ein drastischer Analystenschnitt die ohnehin angeschlagene Aktie. Die Frage: Kann die Robotik-Offensive den massiven Gegenwind im Kerngeschäft kompensieren?
Drei Stunden autonome Montage – mit 90 Prozent Erfolgsquote
In der EV-Fabrik absolvierten zwei Xiaomi-Roboter einen dreistündigen Dauerbetrieb an einer Schrauben-Montagestation. Das Ergebnis: 90,2 Prozent Erfolgsquote bei beidseitiger Montage, im Takt von 76 Sekunden pro Fahrzeug. Die Maschinen basieren auf dem unternehmenseigenen VLA-Modell „Xiaomi-Robotics-0", das visuelle Wahrnehmung, Sprachverarbeitung und Bewegungssteuerung kombiniert.
Xiaomi-Präsident Lu Weibing ordnete den Einsatz gegenüber CNBC jedoch vorsichtig ein: „Die Roboter hatten keinen offiziellen Job – eher wie Praktikanten." CEO Lei Jun kündigte an, in den kommenden fünf Jahren große Stückzahlen humanoider Roboter in Xiaomi-Fabriken einzusetzen. RBC Capital Markets prognostiziert für den globalen Markt humanoider Roboter bis 2050 ein Volumen von 9 Billionen US-Dollar – mit China als größtem Einzelmarkt.
Jefferies senkt Kursziel um 30 Prozent
Parallel zur Robotik-Offensive zog Jefferies die Bewertung drastisch zurück. Das neue Kursziel liegt bei 30,45 Hongkong-Dollar – ein Schnitt um 30 Prozent. Hauptgrund: explodierende Speicherkosten bei gleichzeitig einbrechenden Smartphone-Auslieferungen. Die Analysten erwarten einen Rückgang der Auslieferungen um 55 Prozent, nur teilweise kompensiert durch einen um 31 Prozent höheren Durchschnittspreis.
Die Bruttomarge im Smartphone-Segment dürfte laut Jefferies auf ein historisches Tief von 4 Prozent fallen. Hintergrund: Die Speicherkosten für ein durchschnittliches Android-Gerät sollen sich im Jahresvergleich etwa 3,6-fach erhöhen. Mobile DRAM-Preise stiegen im ersten Quartal bereits um 70 Prozent, NAND-Preise sogar um 80 Prozent. Etwa 60 Prozent der Xiaomi-Smartphones werden zu Preisen unter 150 US-Dollar verkauft – eine Kategorie, die den Kostenschock besonders zu spüren bekommt.
Management kauft massiv eigene Aktien
Als Reaktion auf den Kursverfall intensivierte das Management das Rückkaufprogramm. Allein am 3. März erwarb Xiaomi 3,2 Millionen eigene Aktien. Im Februar überstieg das Rückkaufvolumen 3,2 Milliarden Hongkong-Dollar – die umfangreichste Aktivität seit über zwei Jahren. Das laufende Programm umfasst bis zu 2,5 Milliarden Hongkong-Dollar.
Trotz dieses Signals blieb die Marktreaktion verhalten. Die Aktie notiert aktuell nur knapp über dem 52-Wochen-Tief, auf Jahressicht steht ein Minus von rund 17 Prozent zu Buche.
Zusätzlicher Druck aus Indien und dem EV-Markt
In Indien eskaliert ein Steuerstreit: Die Behörden werfen Xiaomi vor, Zollabgaben auf Lizenzgebühren hinterzogen zu haben. Die ursprüngliche Forderung von 72 Millionen US-Dollar könnte sich durch Strafen auf über 150 Millionen verdoppeln. Gleichzeitig bleiben Vermögenswerte von rund 610 Millionen Dollar eingefroren.
Im EV-Segment meldete Xiaomi für Februar über 20.000 Auslieferungen – deutlich unter den 39.000 vom Januar. Das Management verweist auf saisonale Effekte rund um das chinesische Neujahrsfest. Das Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für 2026 enttäuschte Investoren, während ein anhaltender Preiskampf die Margen belastet.
Jahreszahlen am 24. März im Fokus
Am 24. März prüft der Vorstand die Jahresergebnisse 2025 und erwägt die erste Schlussdividende seit dem Börsengang. In den ersten neun Monaten 2025 steigerte Xiaomi den Umsatz um 32,5 Prozent auf über 340 Milliarden Renminbi, der Gewinn kletterte um 140 Prozent auf mehr als 35 Milliarden Renminbi. Diese Zahlen dürften zeigen, ob die strategische Neuausrichtung in Robotik und KI die massiven Belastungen im Smartphone-Geschäft mittelfristig ausgleichen kann.
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