Der Polymerkonzern Covestro verbucht tiefrote Zahlen und verliert seine Führungsspitze. Dennoch zeigt sich das Papier völlig unbeeindruckt von der operativen Krise. Wie passt das zusammen? Der Grund ist simpel: Für Anleger spielen fundamentale Daten bei diesem Titel mittlerweile keine Rolle mehr.

Squeeze-out bestimmt den Kurs

Der Großaktionär XRG hält inzwischen 95,1 Prozent der Anteile. Das ebnet den Weg, um die verbliebenen Minderheitsaktionäre per Zwangsausschluss aus dem Unternehmen zu drängen. Auf der diesjährigen Hauptversammlung am 19. Mai soll der offizielle Beschluss für diesen Squeeze-out fallen.

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Folglich orientiert sich der Markt nicht mehr an Geschäftszahlen, sondern fast ausschließlich an der zu erwartenden Barabfindung. Dies spiegelt sich deutlich in der Kursentwicklung wider: Mit einem aktuellen Preis von 60,30 Euro notiert die Aktie nur gut ein Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Investoren preisen das Übernahmeszenario bereits vollständig ein. Der formelle Rückzug vom Kapitalmarkt läuft ohnehin auf Hochtouren. Seit Anfang Februar notiert der Titel nur noch im schwächer regulierten General Standard, wodurch die Berichtspflichten bereits spürbar sanken.

Operativ tief in der Krise

Ein Blick auf die Bilanzen verdeutlicht, warum die Übernahme für viele Investoren wohl zum richtigen Zeitpunkt kommt. Das abgelaufene Geschäftsjahr bescherte dem Konzern einen herben Rückschlag. Bei einem um knapp neun Prozent gesunkenen Umsatz von 12,9 Milliarden Euro verzeichnete Covestro unter dem Strich einen Verlust von 644 Millionen Euro. Als wesentliche Treiber dieser Entwicklung identifiziert das Management Überkapazitäten und sinkende Verkaufspreise in einem schwierigen Marktumfeld. Konsequenterweise entfällt die Dividende zum vierten Mal in Folge.

Zu dieser operativen Schwäche gesellt sich ein bevorstehender Umbruch in der Führungsetage. CEO Markus Steilemann und Finanzvorstand Christian Baier werden das Unternehmen in der aktuellen Übergangsphase verlassen. Zwar versucht der Konzern mit dem laufenden Sparprogramm "STRONG" und gezielten Zukäufen in Asien und den USA gegenzusteuern, doch der Ausblick für 2026 verspricht lediglich ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des schwachen Vorjahres.

Die Börsengeschichte von Covestro als eigenständiges Unternehmen nähert sich damit unwiderruflich ihrem Ende. Spätestens mit dem Aktionärsbeschluss im Mai und der anschließenden Festlegung der Abfindungshöhe durch einen unabhängigen Prüfer schließt sich dieses Kapitel. Wer die Papiere jetzt noch im Depot hält, spekuliert nicht auf eine fundamentale Wende, sondern wartet ausnahmslos auf den finalen Auszahlungsbetrag des neuen Eigentümers aus Abu Dhabi.

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