Pfizer hat innerhalb weniger Tage gleich mehrere klinische und regulatorische Erfolge verbucht. China genehmigte das GLP-1-Medikament gegen Fettleibigkeit, während positive Phase-3-Daten aus der Onkologie die strategische Neuausrichtung des Pharmakonzerns unterstreichen. Die Fortschritte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit einem massiven Patentablauf und verhaltener Umsatzprognose ringt.

China öffnet den Obesity-Markt

Am 6. März bestätigte Pfizer via WeChat die chinesische Zulassung für Xianweiying (Ecnoglutid), ein GLP-1-Präparat zur langfristigen Gewichtskontrolle bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen. Im Februar hatte Pfizer die Vermarktungsrechte für das Festland von Sciwind Biosciences aus Hangzhou für bis zu 495 Millionen Dollar gesichert.

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In einer 48-Wochen-Studie verloren Patienten unter der höchsten Dosis durchschnittlich 15,4 Prozent ihres Ausgangsgewichts, fast 93 Prozent erreichten eine klinisch relevante Reduktion von mindestens fünf Prozent. Das Präparat wird einmal wöchentlich injiziert und konkurriert mit Produkten von Novo Nordisk, Eli Lilly und Innovent Biologics. Analysten schätzen, dass der globale Markt für Adipositas-Medikamente Anfang der 2030er Jahre 100 Milliarden Dollar jährlich übersteigen könnte.

Die China-Zulassung ist Teil einer rasant wachsenden Stoffwechsel-Pipeline. Statt ein eigenes Obesity-Medikament zu entwickeln, übernahm Pfizer Mitte November das Biotech-Unternehmen Metsera für rund zehn Milliarden Dollar. Parallel dazu meldete Pfizer positive Topline-Resultate aus der Phase-2b-Studie VESPER-3 mit dem monatlich zu verabreichenden GLP-1-Agonisten PF'3944. Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Gewichtsreduktion von bis zu 12,3 Prozent gegenüber Placebo nach 28 Wochen. Zehn Phase-3-Studien mit PF'3944 sollen 2026 starten.

Durchbrüche in der Onkologie

Am 27. Februar gaben Pfizer und Astellas Pharma positive Phase-3-Ergebnisse aus der EV-304-Studie zu PADCEV bekannt. Der Nectin-4-gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat in Kombination mit Keytruda senkte das Risiko für Tumorrezidiv, Progression oder Tod bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs um 47 Prozent gegenüber Standard-Chemotherapie. Nach zwei Jahren waren geschätzt 79,4 Prozent der Patienten ereignisfrei, verglichen mit 66,2 Prozent unter Chemotherapie. Die Kombination erreichte zudem eine pathologische Komplettremission bei 55,8 Prozent der Patienten zum Zeitpunkt der Operation.

Ebenfalls im Februar erhielt BRAFTOVI (Encorafenib) in Kombination mit Cetuximab und Fluorouracil-basierter Chemotherapie die volle FDA-Zulassung für die Erstlinientherapie bei BRAF-V600E-mutiertem metastasiertem Kolorektalkrebs. Die entscheidende BREAKWATER-Studie wies eine 51-prozentige Reduktion des Sterberisikos und eine 47-prozentige Reduktion des Progressionsrisikos gegenüber alleiniger Chemotherapie nach.

Umsatzdruck und Kostendisziplin

Die Pipeline-Fortschritte kontrastieren mit einer angespannten Finanzlage. Pfizer erwartet für das Gesamtjahr 2026 Umsätze zwischen 59,5 und 62,5 Milliarden Dollar. Die COVID-19-Produkte dürften dabei rund 1,5 Milliarden Dollar weniger erlösen als 2025, hinzu kommt ein negativer Effekt von etwa 1,5 Milliarden Dollar durch Patentabläufe.

Der Konzern rechnet mit steigenden Patentkliffs: rund drei Milliarden Dollar 2027, über sechs Milliarden Dollar 2028. Wachstum wird erst wieder 2029 erwartet. Kostensenkungen und Restrukturierung sollen bis Ende 2027 Einsparungen von 7,7 Milliarden Dollar bringen. Bereinigt um COVID-19-Umsätze und Patentabläufe kalkuliert Pfizer mit einem operativen Umsatzwachstum von rund vier Prozent für 2026.

Die Dividende bleibt stabil: Der Verwaltungsrat beschloss für das erste Quartal 2026 eine Ausschüttung von 0,43 Dollar je Aktie – die 349. ununterbrochene Quartalsdividende. Analysten bleiben gespalten: RBC Capital stufte Pfizer am 24. Februar mit "Underperform" und einem Kursziel von 25 Dollar ein, verwies auf einen "unüberwindbaren" Umsatzrückgang von 15 bis 20 Milliarden Dollar bis 2030 und begrenzte Pipeline-Sichtbarkeit.

Entscheidende Monate stehen an

Pfizer hat für 2026 den Start von über 20 zulassungsrelevanten Phase-3-Studien angekündigt und bezeichnet das Jahr als "reich an Katalysatoren". Die neuen und akquirierten Produkte sollen 2026 zweistellig wachsen. Die Zulassung in China und die onkologischen Studienerfolge fügen sich in die Strategie, über späte Entwicklungsphasen und Zukäufe die Patentabläufe auszugleichen und in höherwertige Therapiefelder vorzustoßen. Ob die beschleunigte Pipeline-Aktivität die strukturellen Umsatzrisiken der Post-COVID-Ära tatsächlich kompensieren kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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