Der Leverkusener Kunststoffkonzern steht vor dem endgültigen Rückzug von der Börse. Mehrheitsaktionär XRG hat die entscheidende 95-Prozent-Schwelle überschritten und treibt den Zwangsausschluss der Minderheitsaktionäre voran. Während das operative Geschäft 2025 deutlich unter Druck geriet, rückt nun eine Frage in den Mittelpunkt: Wie hoch fällt die Barabfindung aus?

XRG übernimmt Kontrolle

Mit einem Anteil von 95,1 Prozent hat XRG die gesetzliche Voraussetzung für einen Squeeze-out erfüllt. Vorstand und Aufsichtsrat haben dem Prozess zugestimmt. Auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 soll der Zwangsausschluss beschlossen werden. Ein unabhängiger Prüfer ermittelt parallel den fairen Unternehmenswert, der als Basis für die Abfindung dient.

Der Rückzug vom Kapitalmarkt ist bereits in vollem Gang: Seit Anfang Februar wurde Covestro vom Prime Standard in den General Standard herabgestuft. Die vollständige Zulassung zum regulierten Markt endet nach dem 5. Mai.

Schwaches Geschäftsjahr belastet

Die Zahlen für 2025 zeichnen ein deutliches Bild: Der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro, das EBITDA brach um fast 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein. Der Free Operating Cash Flow rutschte auf minus 283 Millionen Euro ab, unterm Strich stand ein Verlust von 644 Millionen Euro. Eine Dividende gibt es nicht.

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Überkapazitäten, Preisdruck und protektionistische Handelspolitik belasten das Geschäft. Das Sparprogramm STRONG zeigt zwar erste Wirkung – bis Ende 2025 wurden kumuliert 275 Millionen Euro eingespart. Doch das Ziel von 400 Millionen Euro bis 2028 bleibt ambitioniert.

Führungswechsel im Konzern

Parallel zum Börsenabschied steht ein Umbau an der Spitze an. CEO Markus Steilemann wird seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern. CFO Christian Baier verlässt das Unternehmen bereits im September. Der Aufsichtsrat muss nun beide Schlüsselpositionen neu besetzen.

Für 2026 rechnet Covestro mit einem EBITDA auf Vorjahresniveau. Beim Free Operating Cash Flow und bei der Kapitalrendite soll es deutliche Verbesserungen geben. Strategisch plant das Unternehmen die Übernahme zweier HDI-Derivate-Produktionsstandorte von Vencorex in Thailand und Texas. Der Abschluss ist für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen.

Die Übernahme durch XRG – ein internationales Investmentvehikel der staatlichen Ölgesellschaft ADNOC aus Abu Dhabi – ist mit einem Unternehmenswert von über 150 Milliarden US-Dollar die größte Akquisition in der Geschichte des Konzerns. Die rund 17.600 Mitarbeiter an 46 weltweiten Standorten werden künftig unter dieser Eigentümerschaft operieren. Bis zur Hauptversammlung im Mai dürfte der Kurs in einer engen Bandbreite um die erwartete Abfindungshöhe schwanken.

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