Die Aktie des Leverkusener Chemiekonzerns Covestro steuert unaufhaltsam auf das Ende ihrer Börsennotierung zu. Nach der erfolgreichen Übernahme durch den Abu Dhabi-Ölkonzern ADNOC – der nun unter dem Namen XRG firmiert – sind die Weichen für den sogenannten Squeeze-out gestellt. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre wandelt sich das Investment damit von einer operativen Beteiligung zu einer reinen Spekulation auf die Höhe der Barabfindung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beherrschung: XRG kontrolliert bereits über 95 Prozent der Anteile.
  • Verfahren: Squeeze-out-Verfahren zur Abfindung der Restaktionäre eingeleitet.
  • Transparenz: Wechsel in den General Standard beantragt, um Publizitätspflichten zu senken.
  • Entscheidung: Hauptversammlung am 15. April 2026 beschließt über das endgültige Aus.

Der Weg zum Delisting

Die Übernahme, die am 10. Dezember 2025 offiziell vollzogen wurde, hat die Eigentümerstruktur radikal verändert. Da der Großaktionär XRG P.J.S.C. mittlerweile die kritische Schwelle von 95 Prozent überschritten hat, sind die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, um die verbliebenen Kleinaktionäre gegen eine Entschädigung aus dem Unternehmen zu drängen.

Als Vorbereitung auf diesen Schritt gab Covestro bereits am 22. Januar bekannt, den Wechsel vom hochregulierten Prime Standard in den General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen. Dieser strategische Rückzug reduziert die Berichtspflichten des Unternehmens erheblich und gilt als klassischer Vorbote eines vollständigen Delistings.

Kursentwicklung im Schatten der Übernahme

Die Covestro-Aktie notiert heute bei 60,66 Euro und zeigt sich mit einem leichten Minus von 0,10 Prozent kaum bewegt. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von 8,09 Prozent und hat sich damit vom 52-Wochen-Hoch bei 66,00 Euro, das kurz vor Jahresende 2025 markiert wurde, entfernt.

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Der Kurs bewegt sich aktuell in der Nähe des 200-Tage-Durchschnitts von 60,10 Euro. Diese Marke dient technisch oft als Unterstützung, hat in der aktuellen Sondersituation jedoch weniger Relevanz. Die Kursfindung wird derzeit primär durch die Erwartungen an die noch festzulegende Abfindungshöhe bestimmt, weniger durch operative Kennzahlen.

Letztere fielen zuletzt durchwachsen aus: Im dritten Quartal 2025 sank der Umsatz um 12 Prozent, während das EBITDA durch externe Faktoren wie einen Brand im Chempark Dormagen belastet wurde. Eine im Zuge der Übernahme durchgeführte Kapitalerhöhung über 1,17 Milliarden Euro soll nun zumindest die Finanzierung der Nachhaltigkeitsstrategie "Sustainable Future" sichern.

Der Fahrplan für Anleger

Der entscheidende Termin im Kalender der verbliebenen Investoren ist der 15. April 2026. Auf der ordentlichen Hauptversammlung soll der Beschluss zum Squeeze-out gefasst werden. Bis dahin wird die Aktie voraussichtlich als reines Abfindungspapier gehandelt, dessen Wert sich eng an der erwarteten Kompensation orientiert. Zuvor gewährt der Geschäftsbericht am 26. Februar 2026 einen letzten detaillierten Einblick in die Bücher des scheidenden DAX-Konzerns.

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