Der Leverkusener Polymerkonzern steht vor dem endgültigen Rückzug vom Prime Standard. Nur wenige Wochen nach Abschluss der Übernahme durch den emiratischen Energieriesen XRG leitet der neue Mehrheitsaktionär nun den Squeeze-out ein – und drängt die verbliebenen Minderheitsaktionäre zum Exit.

Die wichtigsten Fakten:

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  • XRG hält mittlerweile 95,10 Prozent der Covestro-Aktien
  • Squeeze-out-Verfahren offiziell eingeleitet
  • Wechsel vom Prime Standard in den General Standard beschlossen
  • Hauptversammlung am 15. April 2026 dürfte über Squeeze-out entscheiden

XRG macht kurzen Prozess

Am 9. Januar 2026 hat XRG P.J.S.C. das formale Verfahren zur Übertragung aller Minderheitsaktien gestartet. Mit einem Anteil von rund 95,10 Prozent erfüllt der emiratische Konzern die gesetzliche Schwelle für einen aktienrechtlichen Squeeze-out nach § 327a Absatz 1 des Aktiengesetzes.

Die Hauptversammlung soll über die Zwangsübertragung gegen eine Barabfindung abstimmen. Deren Höhe steht allerdings noch nicht fest – Covestro kündigte an, diese zu einem späteren Zeitpunkt bekannt zu geben. Wirksam wird der Squeeze-out nach Zustimmung der Hauptversammlung und Eintragung ins Handelsregister.

Downgrade auf General Standard

Parallel zum Squeeze-out vollzieht Covestro einen weiteren Schritt: Am 22. Januar 2026 beschloss der Vorstand den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Als Begründung nannte das Unternehmen die Reduzierung zusätzlicher Kosten.

Der Widerruf der Prime-Standard-Zulassung wird drei Monate nach Veröffentlichung der Widerrufsentscheidung wirksam. Die Notierung im regulierten Markt bleibt jedoch bestehen – vorerst.

Wichtige Termine im Überblick

Verbliebene Aktionäre sollten sich folgende Daten vormerken:

  • 26. Februar 2026: Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025
  • 15. April 2026: Hauptversammlung mit voraussichtlicher Abstimmung über den Squeeze-out
  • 5. Mai 2026: Quartalsmitteilung Q1 2026

Die Hauptversammlung im April dürfte für Minderheitsaktionäre die letzte Gelegenheit sein, die Abfindungshöhe zumindest indirekt zu beeinflussen.

Strategische Neuausrichtung unter neuer Führung

XRG hatte die Übernahme von Covestro am 10. Dezember 2025 abgeschlossen, nachdem im November die letzte regulatorische Hürde – die deutsche Investitionskontrollfreigabe – genommen worden war. Die schnelle Einleitung des Squeeze-out-Verfahrens deutet darauf hin, dass der neue Mehrheitsaktionär zügig volle Kontrolle erlangen will.

Für Minderheitsaktionäre bleibt nun abzuwarten, welche Abfindung XRG anbieten wird. Bei einem aktuellen Kurs von 61,00 Euro liegt die Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 66,00 Euro aus dem Dezember.

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