Covestro Aktie: KI-Warnsignal
Ein neues KI-Modell der Privatbank Berenberg schlägt Alarm, während Covestro sich operativ auf der CES 2026 in Las Vegas gut in Szene setzt. Die Ertragsprognosen für 2026 fallen deutlich skeptischer aus als der Markt-Konsens – doch der Kurs folgt inzwischen anderen Regeln. Denn seit dem Abschluss des Adnoc-Deals steckt die Aktie faktisch in einer Übernahmesondersituation.
KI-Modell „ChemCast“ kontra Marktkonsens
Berenberg hat heute seine Einschätzung zu Covestro aktualisiert. Das offizielle Rating bleibt mit „Hold“ und einem Kursziel von 62 Euro unverändert. Neu ist allerdings der Einsatz des hauseigenen KI-Bewertungsmodells „ChemCast“, das speziell auf den Chemiesektor zugeschnitten ist.
Die Ergebnisse sind deutlich:
- Prognose 2026-EBITDA rund 14 % unter den aktuellen Konsensschätzungen
- Signalrichtung: schwächeres operatives Umfeld als vom Markt bislang eingepreist
- Analystisches Votum formal unverändert, inhaltlich aber klar mahnender Ton
Unter normalen Marktbedingungen wäre eine Abweichung von 14 % beim EBITDA ein ernstes Argument für spürbaren Abgabedruck. Aktuell bleibt der Titel jedoch stabil, was weniger mit den Fundamentaldaten als mit der Eigentümerstruktur zu tun hat.
Adnoc-Einstieg prägt die Kursmechanik
Seit Mitte Dezember 2025 ist der Übernahmeprozess abgeschlossen: Covestro ist nun offiziell Teil der XRG-Gruppe rund um den Energiekonzern Adnoc. Die entscheidenden regulatorischen Hürden – darunter die Prüfung nach der EU-„Foreign Subsidies Regulation“ – sind genommen.
Für die Aktie ergeben sich daraus klare Rahmenbedingungen:
- Die EU-Prüfung ist abgeschlossen, neue Fusionsauflagen stehen nicht im Raum.
- Der Kurs orientiert sich eng am ursprünglichen Übernahmepreis von 62 Euro und hat sich davon zuletzt nach oben gelöst.
- Der Titel befindet sich in einer späten Übernahmephase, in der Spekulationen über Squeeze-Out und Delisting dominieren.
Heute schloss die Aktie bei 66,00 US‑Dollar, was zugleich dem 52‑Wochen-Hoch entspricht. Damit notiert sie rund 8 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und gut 10 % über der 200‑Tage-Linie – ein klares Indiz dafür, dass der Markt den Übernahmepreis als Untergrenze interpretiert.
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CES 2026: Nachhaltigkeit im Fokus
Parallel zur Übernahmedebatte setzt Covestro heute auf der CES 2026 in Las Vegas ein operatives Ausrufezeichen. Der Partner BLUETTI stellte dort die neue tragbare Powerstation „Elite 100 V2“ vor, deren Gehäuse auf Covestro-Materialien basiert.
Im Mittelpunkt steht der Werkstoff Bayblend® RE Polycarbonat:
- 25 % des Kunststoffs stammen aus erneuerbaren Rohstoffen (Mass-Balance-Verfahren).
- Der CO₂-Fußabdruck des Gehäuses sinkt um mehr als 20 % gegenüber herkömmlichen Lösungen.
- Covestro positioniert sich damit als relevanter Zulieferer im wachstumsstarken Markt für mobile Energiespeicher.
Die Messepräsenz zeigt, dass das Unternehmen auch unter dem Dach der XRG-Gruppe seine Rolle in nachhaltigen Anwendungen der Elektronik- und Energiespeicherindustrie ausbaut. Für die kurzfristige Kursbildung ist dieser Fortschritt allerdings zweitrangig.
Fazit: Sondersituation mit verschobenem Risiko
Fundamental sendet das Berenberg-Modell „ChemCast“ ein klares Warnsignal: Für 2026 rechnet die KI mit einem deutlich schwächeren EBITDA als der Markt bislang erwartet. In einer normalen Börsenphase wäre das ein ernstes Argument für eine Neubewertung der Ertragskraft.
In der aktuellen Übernahmesituation verschiebt sich der Schwerpunkt jedoch. Der Kurs wird primär durch den Großaktionär Adnoc (XRG) und die Erwartung eines weiteren Börsenrückzugs gesteuert, weniger durch kurzfristige Ergebnisprognosen. Das zentrale Risiko liegt damit nicht im Tagesgeschäft der Chemie, sondern in den Konditionen und dem Timing eines möglichen Squeeze-Out oder Delistings im nächsten Integrationsschritt.
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