UniCredit hat das Angebot auf dem Tisch — aber die Commerzbank-Führung zeigt sich wenig beeindruckt. Während Andrea Orcel eine Prämienerhöhung zumindest nicht ausschließt, verlor die Aktie heute rund 3,8 Prozent und notiert damit bereits 14 Prozent unter dem Jahresauftakt.

Angebot mit knappem Aufschlag

Den Ausgangspunkt des Disputs bildet das Anfang der Woche vorgelegte Tauschangebot: 0,485 UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie, was rechnerisch etwa 30,80 Euro entspricht — einem Aufschlag von gerade einmal 4 Prozent zum Kurs vom 13. März. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wies das Angebot prompt zurück. Orcel seinerseits bezeichnete eine Nachbesserung als unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen — allerdings nur, wenn ein konstruktiver Dialog über eine gemeinsame Strategie zustande komme.

Das klingt nach Bewegung, ist aber vor allem eine Bedingung.

Druck aus mehreren Richtungen

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UniCredit hält mittlerweile rund 26 Prozent der Commerzbank-Anteile direkt sowie weitere knapp 4 Prozent über Finanzinstrumente. Damit nähert sich die Mailänder Bank der 30-Prozent-Schwelle, ab der deutsches Übernahmerecht ein verpflichtendes Angebot vorschreibt. Der deutsche Staat, noch mit etwa 12 Prozent beteiligt, besteht bislang auf der Eigenständigkeit des Frankfurter Instituts — ein Hindernis, das Orcel bisher nicht überwinden konnte.

Die EZB ließ die Leitzinsen heute unverändert bei 2,00 Prozent, was dem Sektor keine neue Richtung gab. Auch das allgemeine Marktumfeld belastete: Geopolitische Spannungen trieben den Ölpreis zeitweise über 110 Dollar je Barrel, was auf die Stimmung drückte.

Zwischen Widerstand und nächstem Schritt

Der Kursrückgang heute spiegelt die anhaltende Unsicherheit über den Ausgang wider. Solange kein direktes Gespräch zwischen Frankfurt und Mailand stattfindet, bleibt das Angebot ein einseitiges Signal. Ob Orcel die Prämie tatsächlich anhebt oder auf eine Annäherung des Managements wartet, entscheidet sich wohl in den kommenden Wochen — spätestens wenn UniCredit die kritische Beteiligungsschwelle von 30 Prozent erreicht und damit rechtlich handeln muss.

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