Während der endgültige Abschied vom Kurszettel näher rückt, treibt Covestro sein operatives Geschäft in Asien voran. Der Leverkusener Chemiekonzern hat am Montag sein Entwicklungszentrum in Shanghai deutlich erweitert. Der Fokus verschiebt sich dabei spürbar von klassischen Basis-Kunststoffen hin zu margenstarken Spezialanwendungen für humanoide Roboter und smarte Autos.

Fokus auf Robotik und smarte Oberflächen

Das aufgerüstete Specialty Films Technical Competence Center verarbeitet nun Polycarbonat-Folien in fast doppelter Größe. Dies ermöglicht die Produktion großer Prototypen, wie etwa beleuchteter Frontgitter für die Automobilindustrie. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in Ausrüstung für flexible gedruckte Elektronik. Diese Schaltkreise auf dehnbaren Substraten bilden die Grundlage für tragbare Gesundheitsgeräte oder die elektronische Haut von Robotern. Durch diese lokale Prototypenentwicklung in Asien verkürzt der Konzern seine Entwicklungszeiten erheblich und richtet sich gezielt auf Zukunftsmärkte aus.

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Rote Zahlen treffen auf Sparkurs

Dieser strategische Schwenk hin zu Speziallösungen passiert in einem schwierigen Marktumfeld. Schwache Nachfrage und Preisdruck prägten das abgelaufene Geschäftsjahr 2025. Der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) brach um fast ein Drittel auf 740 Millionen Euro ein. An der Börse reagiert das Papier auf diese fundamentalen Schwächen allerdings kaum noch. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 60,10 Euro notiert der Titel knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Der Kurs wird fast ausschließlich durch die bevorstehende Komplettübernahme gestützt, während das laufende Sparprogramm die internen Kosten bis 2028 um jährlich 400 Millionen Euro senken soll.

Fahrplan für den Squeeze-out

Für die verbliebenen freien Aktionäre sind die operativen Weichenstellungen in China nur noch von begrenzter Bedeutung, da die Früchte dieser Investitionen dem neuen Eigentümer zufallen werden. Die staatliche Energiegesellschaft ADNOC hält über ihre Tochter XRG mittlerweile die rechtlich entscheidende Schwelle von 95,1 Prozent der Anteile.

Der formale Rückzug vom Kapitalmarkt vollzieht sich nun nach einem festen Zeitplan. Nach dem Wechsel in den General Standard im Februar endet die reguläre Börsennotierung im Mai. Auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 fällt der finale Beschluss zum Squeeze-out. Ein unabhängiger Prüfer ermittelt aktuell die genaue Höhe der Barabfindung, die den Minderheitsaktionären für ihre Papiere ausgezahlt wird.

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