Die Beziehung zwischen Microsoft und OpenAI war einmal das Fundament des KI-Booms. Nun könnte sie vor Gericht enden. Gleichzeitig baut Microsoft sein KI-Geschäft intern um — ein Zeichen dafür, dass der Konzern die Abhängigkeit von seinem wichtigsten Partner längst als Risiko begreift.

Der Streit um AWS und Azure

Der Kern des Konflikts: OpenAI plant einen 50-Milliarden-Dollar-Cloud-Deal mit Amazon Web Services. Microsoft sieht darin einen Vertragsbruch. Laut Financial Times besteht Microsoft darauf, dass sämtliche Zugriffe auf OpenAI-Modelle über Microsofts Azure-Plattform laufen müssen — ein Exklusivrecht, das durch den AWS-Deal unterlaufen würde.

Microsoft hat rund 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, über ein Geflecht aus Cloud-Credits, Direktfinanzierung und Infrastruktur. Azure ist seither auf einen Jahresumsatz von 75 Milliarden Dollar gewachsen. OpenAI macht heute etwa 45 Prozent der noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen Microsofts aus — eine Abhängigkeit, die in beide Richtungen wirkt.

Die Spannungen sind nicht neu. Bereits Mitte 2025 berichtete das Wall Street Journal, dass OpenAI-Manager eine kartellrechtliche Überprüfung des Vertrags erwogen hatten. Ein im September 2025 unterzeichnetes Memorandum of Understanding schien die Lage zu beruhigen: Es sicherte Microsoft den Zugang zu OpenAI-Technologie bis 2032 und ersetzte OpenAIs alleiniges Recht zur AGI-Feststellung durch ein unabhängiges Prüfverfahren. Dieser Waffenstillstand wirkt heute brüchig.

Copilot-Umbau und eigene KI-Ambitionen

Parallel zum Rechtsstreit reorganisiert Microsoft seine Copilot-Struktur. Die bislang getrennten Teams für die kommerzielle und die Verbraucherversion werden zusammengeführt. Jacob Andreou, bisher Corporate Vice President für Produkt und Wachstum bei Microsoft AI, übernimmt die Gesamtverantwortung. KI-Chef Mustafa Suleyman soll sich künftig stärker auf den Aufbau neuer Modelle und Microsofts Ambitionen im Bereich Superintelligenz konzentrieren.

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Zudem wurde der erzwungene Rollout von Copilot für Microsoft-365-Kunden vorerst gestoppt. Im Microsoft-365-Nachrichtencenter heißt es, die Verteilung sei „vorübergehend deaktiviert". Bereits installierte Versionen bleiben bestehen, neue Installationen finden bis auf weiteres nicht statt — mit Ausnahme des Europäischen Wirtschaftsraums.

Hintergrund dieser Schritte ist auch Microsofts eigene KI-Entwicklung. Ende 2025 stellte der Konzern die MAI-1-Modellfamilie vor, ein proprietäres Modell mit 500 Milliarden Parametern, das GPT-5.2 innerhalb des Microsoft-365-Ökosystems ersetzen soll. Im November folgte die Gründung eines MAI-Superintelligenz-Teams. Microsoft arbeitet damit aktiv daran, die Abhängigkeit von OpenAI zu reduzieren.

Kurs unter Druck

Die Aktie hat seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben und notiert rund 17 Prozent unter dem Schlusskurs vom 31. Dezember 2025. Der Rückgang begann bereits im November, nachdem die Quartalsergebnisse für das zweite Fiskalquartal 2026 trotz Rekordumsatz eine Margenbelastung zeigten.

Die Analysteneinschätzungen gehen weit auseinander: Stifel-Analyst Brad Reback stufte die Aktie auf „Hold" herab und setzt das Kursziel auf 392 Dollar — mit Verweis auf Margendruck und gedämpfte Wachstumserwartungen. Barclays-Analyst Raimo Lenschow hält dagegen an einem „Buy"-Rating mit einem Kursziel von 600 Dollar fest und verweist auf stabilisierende IT-Ausgaben und günstige Bewertungen im Softwaresektor.

Verliert Microsoft die Exklusivität mit OpenAI, würde das die Wettbewerbsposition gegenüber Cloud-Rivalen wie AWS und Google Cloud direkt schwächen. Die Partnerschaft, die den KI-Boom ausgelöst hat, hat sich bereits grundlegend verändert — unabhängig davon, ob der Konflikt vor Gericht oder am Verhandlungstisch endet.

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