Commerzbank Aktie: Übernahmefantasie schrumpft
Die Spekulation auf eine schnelle Komplettübernahme durch UniCredit verliert deutlich an Kraft. Nach klaren Aussagen von UniCredit-Chef Andrea Orcel rückt die operative Entwicklung der Commerzbank wieder in den Vordergrund. Spannend ist nun, ob das Institut ohne Übernahmebonus seine Bewertung rechtfertigen kann.
UniCredit bremst Erwartungen
Orcel machte unmissverständlich klar, dass eine vollständige Übernahme der Commerzbank beim aktuellen Bewertungsniveau wirtschaftlich kaum darstellbar sei. Hauptgrund ist die deutlich höhere Bewertung der Deutschen:
- Commerzbank: Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 14
- UniCredit: KGV von rund 10,6
- UniCredit-Beteiligung: knapp unter 30 % der Anteile
- Schwelle für Pflichtangebot: ab 30 % Beteiligung
Damit bleibt UniCredit bewusst unter der Schwelle, ab der ein Pflichtangebot an alle Aktionäre ausgelöst würde. Die bisherige Kursfantasie, getrieben von der Hoffnung auf eine Übernahmeprämie, verliert damit spürbar an Unterstützung.
Gestern schloss die Aktie bei 35,41 Euro. Damit liegt sie rund 15 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 41,58 Euro, aber immer noch deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 16,74 Euro. Der kräftige Anstieg der vergangenen zwölf Monate um gut 111 % zeigt, wie stark die Übernahmehoffnung den Kurs mitgetragen hat.
Operative Stärke rückt in den Mittelpunkt
Ohne frische Übernahmefantasie muss die Commerzbank nun vor allem mit Zahlen und Strategie überzeugen. Die Ausgangsbasis ist dabei nicht schlecht:
- Nach neun Monaten wurde ein operatives Rekordergebnis erreicht
- Die Prognose für den Zinsüberschuss wurde angehoben
- Aktienrückkaufprogramme sollen den Kurs stützen und Kapital an die Aktionäre zurückführen
Der Markt blickt daher auf den 11. Februar: Dann werden die vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr erwartet. Dieser Termin dürfte entscheidend dafür sein, ob die aktuelle Bewertung stärker auf operativen Fakten oder weiterhin auf Restfantasie rund um UniCredit beruht.
Charttechnisch bewegt sich der Titel mit einem Kurs knapp über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 34,73 Euro und deutlich über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 30,98 Euro. Ein RSI von 45,6 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf – der Kurs sucht gewissermaßen nach einer neuen Richtung.
Analysten sehen begrenztes Aufwärtspotenzial
Die abgekühlten Übernahmeerwartungen spiegeln sich auch in den Analysteneinschätzungen wider. Die Bewertungen fallen eher nüchtern aus:
- Goldman Sachs: neutrales Votum, Kursziel 35,50 Euro
- JPMorgan: vorsichtiger mit Kursziel 33 Euro
Beide Kursziele liegen im Bereich bzw. leicht unter dem aktuellen Niveau. Ohne konkretes Übernahmeangebot erscheint vielen Experten die Bewertung bereits anspruchsvoll. Die starke Performance der vergangenen zwölf Monate trifft damit auf gedämpfte Erwartungen an weitere Kurssprünge.
Fazit: Zahlen im Februar als Taktgeber
Die Commerzbank steht an einem Punkt, an dem Übernahmefantasie nicht mehr der Haupttreiber ist. UniCredit signalisiert Zurückhaltung, der Kurs hat einen Teil der Prämie bereits abgegeben, liegt aber noch klar über den langfristigen Durchschnitten.
Im Vordergrund steht nun der operative Beweis: Gelingt es, das Rekordniveau im Tagesgeschäft zu bestätigen und den angehobenen Zinsüberschuss zu untermauern, kann die aktuelle Bewertung stabilisiert werden. Der 11. Februar mit den vorläufigen Jahreszahlen bildet dafür den nächsten klaren Prüfstein.
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