Das Ringen um die Eigenständigkeit der Commerzbank tritt in eine entscheidende Phase ein. Seit Ende Februar ist eine wichtige rechtliche Hürde für die UniCredit gefallen, was den Italienern nun erlaubt, ein Übernahmeangebot rein durch einen Aktientausch zu finanzieren. Die Frankfurter Konzernführung versucht indes, mit Rekordergebnissen und massiven Ausschüttungen die Gunst der Aktionäre zu sichern und die feindliche Übernahme abzuwehren.

UniCredit mit neuen Optionen

Am 22. Februar verstrich eine kritische Frist im Wertpapierrecht. Da die UniCredit in den vorangegangenen sechs Monaten keine nennenswerten Barkäufe von Commerzbank-Aktien tätigte, entfällt nun die Verpflichtung, ein potenzielles Angebot mit großen Barreserven zu unterlegen. Die Mailänder Bank hat nun freie Hand, eine Übernahme als reinen Aktientausch zu strukturieren.

Gleichzeitig zieht die UniCredit die Schlinge enger. Durch die Umwandlung synthetischer Finanzinstrumente in physische Aktien kontrollieren die Italiener inzwischen rund 26 Prozent direkt. Zusammen mit verbleibenden Derivaten liegt der Zugriff bereits bei knapp 29 Prozent. Damit ist die Schwelle von 30 Prozent, die automatisch ein Pflichtangebot auslösen würde, in unmittelbare Nähe gerückt.

Rekordzahlen als Abwehrschild

Das Commerzbank-Management begegnet dem Angriff mit operativer Stärke. Das operative Ergebnis kletterte um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, während der Nettogewinn mit 2,6 Milliarden Euro die eigenen Ziele übertraf. Diese Bilanz nutzt der Vorstand für eine aggressive Ausschüttungspolitik: Rund 2,7 Milliarden Euro sollen über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Eigentümer fließen.

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Mit einer geplanten Dividende von 1,10 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,65 Euro) will die Bank ihre Attraktivität als eigenständiges Investment unterstreichen. Für die Jahre bis 2028 plant das Institut, den kompletten Nettogewinn auszuschütten – ein klares Signal an die Investoren, das Angebot der Konkurrenz genau zu prüfen.

Markt reagiert verhalten

Trotz der Rekordwerte bleibt die Begeisterung am Markt gedämpft. Die Aktie notierte zuletzt bei 31,84 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von knapp 12,8 Prozent. Ein Grund für die Zurückhaltung ist der Ausblick: Die Gewinnprognose für 2026 liegt mit 3,2 Milliarden Euro unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 3,4 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Zusätzlich belastete eine Abschreibung von 117 Millionen Euro auf die Tochtergesellschaft Aquila Capital das Ergebnis. Auch die politische Hängepartie drückt auf den Kurs: Die Bundesregierung, die noch immer 12 Prozent der Anteile hält, lehnt die Pläne der UniCredit weiterhin strikt ab, was die Unsicherheit für institutionelle Anleger erhöht.

Für Investoren ist der Zeitplan in den kommenden Wochen eng getaktet. Das laufende Aktienrückkaufprogramm endet am 26. März, gefolgt von den Quartalszahlen am 8. Mai. Spätestens zur Hauptversammlung am 20. Mai wird sich entscheiden, ob die Strategie der "Totalausschüttung" ausreicht, um die Unabhängigkeit zu bewahren, oder ob die UniCredit bis dahin die 30-Prozent-Marke überschreitet.

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