Commerzbank Aktie: Dämpfer für Übernahmefantasie
Die monatelange Spekulation auf eine schnelle Vollübernahme der Commerzbank hat am Mittwoch einen herben Rückschlag erlitten. UniCredit-CEO Andrea Orcel bezeichnete einen Kauf zum aktuellen Bewertungsniveau unmissverständlich als wirtschaftlich unvernünftig. Diese Aussage entzieht der Aktie kurzfristig die M&A-Fantasie und zwingt Anleger dazu, den Investmentcase neu zu bewerten: Reicht die operative Stärke des Instituts aus, um das Kursniveau auch ohne Übernahmeprämie zu rechtfertigen?
- Klare Absage: UniCredit-Chef hält Übernahme aktuell für zu teuer.
- Bewertungslücke: KGV der Commerzbank deutlich höher als das der Italiener.
- Neuer Fokus: Operative Eigenständigkeit rückt in den Vordergrund.
Bewertungsschere verhindert Deal
Der zentrale Grund für die Zurückhaltung der Italiener liegt in der fundamentalen Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 14 ist die Commerzbank an der Börse derzeit teurer bewertet als die UniCredit selbst, die auf ein KGV von rund 10,6 kommt. Für Orcel ergibt ein Zukauf unter diesen Vorzeichen betriebswirtschaftlich keinen Sinn.
Die Strategie des Großaktionärs, der knapp unter 30 Prozent der Anteile hält, zeichnet sich damit klarer ab: Die Beteiligung wird als Finanzinvestment geführt und ab 2026 voll konsolidiert, ohne jedoch die Schwelle für ein Pflichtübernahmeangebot zu überschreiten. Diese Entwicklung spiegelt sich im Chartbild wider. Zwar notiert die Aktie mit aktuell 36,06 Euro immer noch rund 110 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 41,58 Euro hat sich jedoch auf über 13 Prozent ausgeweitet. Analystenhäuser wie Goldman Sachs sehen ohne konkretes Übernahmeangebot kaum noch Luft nach oben.
Bewährungsprobe für die Solo-Strategie
Durch die abkühlenden M&A-Spekulationen rückt die operative Leistung der Bank in den Mittelpunkt. Auf dem laufenden "German Investment Seminar" in New York wirbt CEO Bettina Orlopp bei internationalen Investoren für den eigenständigen Weg des Instituts. Nachdem ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro im Dezember abgeschlossen wurde, müssen nun die Geschäftszahlen liefern.
Die Marktreaktion zeigt, dass die "Stand-Alone"-Story noch Überzeugungsarbeit leisten muss. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein leichtes Minus von 0,93 Prozent. Investoren stellen sich die Frage, wie viel Aufwärtspotenzial verbleibt, wenn der wichtigste Kurstreiber der letzten Monate – die Übernahmefantasie – vorerst wegfällt.
Zahlenwerk im Februar entscheidet
Der entscheidende Realitätscheck für den Aktienkurs steht am 11. Februar 2026 an. An diesem Tag veröffentlicht die Commerzbank ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Das Management muss beweisen, dass die Ertragskraft robust genug ist, um die aktuelle Marktkapitalisierung fundamental zu stützen. Sollten die operativen Ergebnisse überzeugen, könnte sich die Aktie von der Abhängigkeit der M&A-Gerüchte lösen – enttäuschen die Zahlen, droht eine weitere Korrektur der Bewertung.
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