Commerzbank Aktie: Abwehrkampf verschärft
Die Übernahmespekulationen um die Commerzbank reißen nicht ab, doch das Management in Frankfurt baut die Verteidigungslinien massiv aus. Mit einer doppelten Kommunikationsoffensive stellt sich CEO Bettina Orlopp nun demonstrativ gegen die Avancen der italienischen UniCredit. Dabei setzt die Bank nicht nur auf emotionale Appelle zur Eigenständigkeit, sondern bringt warnende Daten für die deutsche Wirtschaft ins Spiel.
Warnung vor Risiken für den Mittelstand
In einem aktuellen Interview unterstrich Orlopp die Stärke der Bank als eigenständiges Institut und verwies auf das operative Rekordergebnis im Jahr 2025. Doch die Argumentation geht über die reine Ertragskraft hinaus: Die Bank warnt nun explizit vor den Folgen einer Fusion für Firmenkunden.
Laut einer am heutigen Donnerstag veröffentlichten Analyse wären bei einem Zusammenschluss die Überschneidungen im Kreditgeschäft enorm. Daten der Beratungsfirma Fox Corporate Finance zeigen, dass Commerzbank und UniCredit gemeinsam rund 55 Prozent des deutschen Konsortialkreditvolumens abdecken. Besonders im Maschinenbau und der Automobilindustrie seien die Verflechtungen so eng, dass zahlreiche Unternehmen sich nach einer Fusion neue Bankpartner suchen müssten, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Orlopp bezeichnete ein solches Szenario als schädlich für den Wettbewerb in Deutschland und Europa.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Parallel zur strategischen Positionierung schafft die Bank Fakten am Kapitalmarkt. Das laufende Aktienrückkaufprogramm schreitet zügig voran: Bis zum 20. Februar wurden bereits Aktien im Wert von rund 213 Millionen Euro vom Markt genommen, was knapp 40 Prozent des geplanten Volumens entspricht.
Diese Maßnahmen zeigen Wirkung im Chart. Die Aktie notiert aktuell bei 35,89 Euro und hält sich damit in Schlagdistanz zum jüngsten 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Die Marktkapitalisierung profitiert von der Phantasie, aber auch von den fundamentalen Daten: Auf Sicht von 12 Monaten verzeichnet das Papier ein Plus von über 75 Prozent. Der Markt scheint die Eigenständigkeitsstrategie und die verbesserten Gewinnaussichten derzeit zu honorieren.
UniCredit in Lauerstellung
Während Commerzbank-Chefin Orlopp betont, dass aus Mailand bisher kein konkreter Fusionsvorschlag vorliegt, bleibt die Beteiligungsstruktur brisant. UniCredit hält Zugriff auf knapp 30 Prozent der Anteile. Ein Überschreiten dieser Schwelle würde ein formales Übernahmeangebot erzwingen.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den 20. Mai 2026. Die anstehende Hauptversammlung dürfte zum entscheidenden Stimmungstest werden. Da aktuell keine Aufsichtsratsmandate zur Neuwahl anstehen, bleibt den italienischen Großaktionären der direkte Zugriff auf das Kontrollgremium vorerst verwehrt. Bis dahin setzt die Commerzbank alles daran, den Beweis anzutreten, dass sie ohne den Partner aus dem Süden wertvoller ist.
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