Chevron Aktie: Irak-Ausbau
Chevron rückt im Irak in eine Schlüsselrolle vor. Der US-Konzern hat Vorvereinbarungen unterzeichnet, um den Betrieb eines der größten Ölfelder der Welt zu übernehmen – und damit potenziell deutlich mehr Produktion in die eigenen Hände zu bekommen. Doch der Deal ist nicht einfach ein technischer Betreiberwechsel: Er ist eng mit Sanktionen, Fristen und Genehmigungen verknüpft.
West Qurna 2: Mehr Öl, exklusiver Zugriff
Konkret geht es um das Riesen-Ölfeld West Qurna 2. Chevron hat mit der staatlichen Basra Oil Company Vereinbarungen geschlossen, um Bedingungen zu verhandeln und vertrauliche Daten auszutauschen. Laut dem Büro von Premierminister al-Sudani erhält Chevron dafür ein Jahr lang exklusive Verhandlungsrechte.
Die Dimension ist groß: West Qurna 2 fördert derzeit rund 480.000 Barrel pro Tag. Iraks Ölminister hält eine Ausweitung auf bis zu 800.000 Barrel pro Tag für möglich, sollte Chevron den Betrieb übernehmen und die Entwicklung vorantreiben. Das Feld steht für etwa 0,5% des weltweiten Ölangebots und knapp 10% der irakischen Produktion – entsprechend strategisch ist jeder Schritt dort.
Warum Lukoil raus muss
Der Hintergrund ist geopolitisch. Der bisherige Betreiber Lukoil hatte im November „Force Majeure“ erklärt, nachdem Lukoil und Rosneft im Zuge von US-Sanktionen betroffen waren. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem politischen Kurs von US-Präsident Donald Trump, den Ukraine-Krieg zu beenden.
Irak zog Konsequenzen: Im Januar wurde Lukoil als Betreiber abgelöst und der Betrieb vorübergehend an die Basra Oil Company übertragen. Gleichzeitig genehmigte das Kabinett eine „einvernehmliche Lösung“ mit Lukoil. Zusätzlich steht Zeitdruck im Raum: Lukoil hat laut Bericht bis zum 28. Februar Zeit, Vermögenswerte im Rahmen der Sanktionen zu verkaufen.
Unterstrichen wurde die politische Bedeutung auch durch eine Unterzeichnungszeremonie im Präsidentenpalast in Bagdad – begleitet vom irakischen Premier und hochrangigen US-Vertretern. Die Botschaft ist klar: Ein sanktionierter russischer Akteur wird durch einen US-Konzern ersetzt.
Deal-Paket – und Genehmigungen als Nadelöhr
Die Vorvereinbarungen reichen über West Qurna 2 hinaus. Neben der vorgesehenen Übertragung des Managements für dieses Feld gibt es eine zweite Vereinbarung mit weiteren staatlichen Ölgesellschaften, um das Nasiriyah-Feld, vier Explorationsblöcke in der Provinz Dhi Qar sowie das Balad-Feld zu entwickeln.
Wichtig: Noch ist nichts endgültig. Für West Qurna 2 braucht es die Zustimmung des irakischen Ministerrats. Zudem sind weitere Freigaben nötig – Chevron nennt ausdrücklich auch Prüfungen durch die US-Behörde OFAC (Office of Foreign Assets Control). Genau hier liegt die zentrale Hürde: Selbst wenn sich alle Parteien wirtschaftlich einigen, kann Regulierung den Zeitplan bestimmen.
Am Markt zeigte sich zuletzt Rückenwind: Die Aktie notiert heute bei 157,74 Euro und markierte damit ein neues 52‑Wochen‑Hoch.
In den kommenden Monaten dürfte sich alles daran entscheiden, ob Chevron innerhalb des einjährigen Exklusivfensters eine tragfähige Vertragsbasis mit Irak finalisiert und gleichzeitig die notwendigen Genehmigungen erhält – erst dann würde aus der Chance auf zusätzliche Kapazität ein operativ wirksamer Ausbau.
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