YPF Aktie: Milliardenpoker in den USA
Der argentinische Energiekonzern YPF steht an mehreren Fronten unter Druck. Während ein milliardenschwerer Rechtsstreit in den USA eine überraschende Wendung durch das Eingreifen der US-Regierung erfährt, enttäuschen aktuelle Geschäftszahlen die Markterwartungen. Für Anleger stellt sich die Frage, ob die juristische Entlastung die operativen Schwächen kompensieren kann.
US-Regierung greift in Rechtsstreit ein
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ein Urteil aus dem Jahr 2023, das Argentinien zur Zahlung von schätzungsweise 18 Milliarden Dollar an ehemalige Aktionäre verpflichtet. Der Streit um die Folgen der Verstaatlichung von YPF im Jahr 2012 erreichte am Freitag eine neue Phase, als die US-Regierung offiziell intervenierte. In einem Schreiben an das zuständige Bundesgericht sprach sich Washington dagegen aus, Argentinien wegen Missachtung des Gerichts zu belangen.
Hintergrund ist der Versuch der Kläger, Zugriff auf interne Kommunikation argentinischer Beamter zu erhalten, um staatliche Unternehmen als verlängerten Arm des Staates zu brandmarken. Damit sollte die Liste der Vermögenswerte erweitert werden, die zur Begleichung der Milliardenforderung gepfändet werden könnten. Die US-Regierung befürchtet jedoch, dass ein solch weitreichender Eingriff negative Konsequenzen für US-Vertreter in ausländischen Gerichten haben könnte. Diese diplomatische Schützenhilfe verschafft Argentinien und damit indirekt auch YPF vorerst juristischen Spielraum.
Investitionskürzungen und verfehlte Ziele
Abseits der Gerichtssäle zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Die heute vorgelegten Zahlen für das vierte Quartal 2025 verfehlten die Schätzungen beim Gewinn pro Aktie. Parallel dazu kündigte die Tochtergesellschaft YPF Luz ihre Pläne für das Jahr 2026 an: Mit geplanten Investitionen von 213 Millionen Dollar kürzt das Unternehmen das Budget im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent.
Diese Mittel fließen primär in die Instandhaltung bestehender Anlagen, während das Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien – etwa beim Solarpark El Quemado – moderater ausfällt. Die Aktie reagiert auf dieses Umfeld mit einem Abschlag von 2,6 Prozent und notiert aktuell bei 30,00 Euro.
Auffällige Signale am Optionsmarkt
Trotz der aktuellen Kursverluste und der enttäuschenden Quartalszahlen gab es am Donnerstag ungewöhnliche Aktivitäten am Markt. Das Volumen der gehandelten Kaufoptionen (Calls) stieg sprunghaft um fast 300 Prozent über das normale Niveau an. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der Händler trotz der juristischen und operativen Hürden auf eine Trendwende setzt.
Um die internen Strukturen zu festigen, wurde zudem Ariel Polotnianka dauerhaft zum Leiter der Revision ernannt. Für Klarheit über die tatsächliche finanzielle Belastung wird nun der weitere Verlauf des juristischen Tauziehens in den USA sorgen, während operativ der Abschluss eines großen Energiespeicherprojekts Ende 2026 den nächsten Fixpunkt bildet.
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