Der chinesische E-Auto-Riese nimmt Fahrt auf – und zwar nicht nur auf dem heimischen Markt. In Brasilien hat BYD ein ambitioniertes Ziel ausgegeben: Bis 2030 will man zum umsatzstärksten Autobauer des südamerikanischen Landes aufsteigen. Die Strategie dahinter ist klar – und könnte zum Vorbild für weitere Expansionspläne werden.

Lokalisierung im Eiltempo

Alexandre Baldy, Senior Vice President von BYD in Brasilien, ließ diese Woche aufhorchen. Bis Ende 2026 sollen 50 Prozent aller Fahrzeugkomponenten lokal produziert oder beschafft werden. Das Werk in Camacari im Bundesstaat Bahia läuft seit Oktober 2025 und hat bereits rund 25.000 Fahrzeuge vom Band rollen lassen. Die Anlage erstreckt sich über mehr als vier Millionen Quadratmeter – ein gigantisches Areal, das Ford 2021 zurückgelassen hatte.

Der Zeitdruck ist enorm, doch BYD scheint gewappnet. Lackier-, Schweiß- und Stanzanlagen stehen kurz vor der Fertigstellung. Baldy betont, dass Autos mit importierten Bauteilen wirtschaftlich nicht tragfähig seien. Die rasche Umstellung auf lokale Zulieferer ist daher keine Option, sondern Notwendigkeit. Aktuell werden am Standort noch hauptsächlich halbfertige Fahrzeuge montiert, die von niedrigen Einfuhrzöllen profitieren – eine Steuererleichterung, die gerade ausgelaufen ist. BYD will nun eine Verlängerung bis Mitte 2026 beantragen, macht aber klar: Das ist nur eine Übergangsphase.

20.000 Arbeitsplätze und Mercosur im Visier

Die erste Investitionsphase umfasst 5,5 Milliarden Reais, umgerechnet rund 1,1 Milliarden Dollar. Damit soll die Kapazität des Werks von geschätzten 150.000 Fahrzeugen Ende 2026 auf 300.000 Einheiten pro Jahr skaliert werden. Rund 5.000 Menschen arbeiten bereits vor Ort, darunter 2.300 direkte BYD-Mitarbeiter und 2.500 weitere Beschäftigte bei Baufirmen und Dienstleistern. Bis zum Abschluss der Expansion sollen insgesamt 20.000 Jobs entstehen.

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Noch in diesem Jahr will BYD damit beginnen, Fahrzeuge aus Brasilien in andere Mercosur-Staaten zu exportieren. Die lokale Wertschöpfung erfüllt damit nicht nur regulatorische Vorgaben, sondern ebnet den Weg für den Zugang zu Nachbarmärkten. Kritik von Gewerkschaften und lokaler Industrie, BYD setze zu stark auf Importe, weist Baldy zurück. Die rasche Lokalisierung sei der Beweis für echtes Engagement.

Messbare Transparenz hinkt hinterher

Während BYD operativ durchstartet, zeigt eine aktuelle Branchenanalyse von Valuufy eine andere Schwäche auf. Das Unternehmen erreicht bei der Überprüfung von Nachhaltigkeitskennzahlen eine Verifizierungsrate von 23 Prozent – deutlich besser als japanische Hersteller mit durchschnittlich 5 Prozent, aber noch weit hinter Volkswagen mit 34 Prozent. Die Lücke zwischen Selbstverpflichtungen und extern validierten Ergebnissen bleibt groß – ein Thema, das unter verschärften Offenlegungsregeln in Europa und anderswo an Brisanz gewinnen dürfte.

Für Investoren bleibt BYD damit eine Wette auf Wachstum und Lokalisierungstempo. Die Zahlen aus Brasilien zeigen: Der Konzern nimmt seine Ankündigungen ernst und setzt sie mit bemerkenswerter Geschwindigkeit um.

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