BayWa Aktie: Wieder Probleme?
Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra ist abgeschlossen und entlastet die Bilanz um über 600 Millionen Euro. Doch während dieser Schritt nach Plan verläuft, gerät die Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. zum Problem: Wesentliche Abweichungen von der Geschäftsplanung gefährden das Herzstück der Refinanzierung. Der Münchner Agrar- und Energiekonzern muss bis 2028 insgesamt 4 Milliarden Euro entschulden.
Cefetra-Deal bringt Entlastung
Der Verkauf von Cefetra ist vollzogen. Nachdem ein erster Anlauf im Herbst 2025 an der Finanzierung des damaligen Käufers gescheitert war, kommt nun der im Dezember vereinbarte Deal zum Abschluss. Der Kaufpreis liegt bei 125 Millionen Euro.
Die Bankverbindlichkeiten sinken durch die Transaktion um mehr als 600 Millionen Euro. Der Haupteffekt entsteht durch die Entkonsolidierung: Mit Cefetra fallen auch deren Kredite und Verpflichtungen aus dem Konzern heraus. Zusammen mit bereits 2025 abgeschlossenen Verkäufen – darunter RWA, WHG und EDL – reduzieren sich die Bankverbindlichkeiten um rund 1,3 Milliarden Euro.
Als nächster Verkauf steht die neuseeländische Tochter Turners & Growers auf der Liste. Der Deal soll noch 2026 über die Bühne gehen.
BayWa r.e. verfehlt Planziele deutlich
Die kritische Baustelle liegt bei der Erneuerbare-Energien-Tochter. In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 2. Februar sprach BayWa von „wesentlichen Abweichungen" bei BayWa r.e. und verwies auf veränderte Marktbedingungen in den USA und Europa.
In den USA wurden Steuervorteile gestrichen, in Europa verlangsamt sich der Zubau von Wind- und Solaranlagen. Medienberichten zufolge sollte der geplante Verkauf von BayWa r.e. rund 2 Milliarden Euro zum Schuldenabbau beisteuern. Ob dieser Erlös unter den verschlechterten Rahmenbedingungen noch realistisch ist, bleibt offen.
Die Planabweichungen haben direkte Folgen: Die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses 2025, ursprünglich für Ende April 2026 vorgesehen, verzögert sich voraussichtlich. Am 26. März will BayWa die Q4-2025-Zahlen vorlegen – dann dürfte sich zeigen, wie stark die Abweichungen ausfallen.
Führungswechsel und verschärfte Kontrolle
Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli aus dem Unternehmen aus. Sein Mandat als Vorstandschef endete mit sofortiger Wirkung.
Auch im Aufsichtsrat stehen drei Abgänge an: Michael Höllerer und Monika Hohlmeier treten zum 31. März zurück, Monique Surges zum 30. Mai. Die Aufsichtsräte waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatten, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte.
Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro genehmigen – bisher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro. Das Gremium soll zeitnah auf 15 Mitglieder aufgestockt werden. Zusätzlich läuft eine BaFin-Prüfung zum Jahresabschluss 2023.
Konzernumbau mit massivem Stellenabbau
Bis 2028 müssen 4 Milliarden Euro abgebaut werden. Der Umsatz soll auf rund 10 Milliarden Euro sinken. Parallel dazu sind bis 2027 rund 1.300 Stellen weniger vorgesehen, in der Zentrale etwa 40 Prozent der Arbeitsplätze. Zudem will BayWa 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen schließen.
Was jetzt entscheidend wird
Die Q4-2025-Zahlen am 26. März werden zeigen, wie groß die Planabweichungen bei BayWa r.e. tatsächlich sind. Entscheidend für den gesamten Sanierungsplan ist, ob BayWa die Erneuerbare-Energien-Tochter zu einem Preis verkaufen kann, der die 4-Milliarden-Euro-Entschuldung bis 2028 noch trägt. Gelingt das nicht, muss das Konzept neu aufgesetzt werden.
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