BayWa Aktie: Verdunkelte Perspektiven.
Die BayWa AG hat am 2. Februar mit einer Ad-hoc-Meldung die Börse aufgeschreckt: Die Ökostromtochter BayWa r.e. schwächelt – und gefährdet damit das gesamte Sanierungskonzept. Der geplante Verkauf der Beteiligung bis Ende 2028 ist zentral für die Entschuldung des angeschlagenen Münchner Agrarkonzerns. Nun drohen die anvisierten Erlöse zu schrumpfen.
Die wichtigsten Fakten:
- Geschäftsplanung der BayWa r.e. AG weist "wesentliche Abweichungen" auf
- Schwaches Marktumfeld für erneuerbare Energien in USA und Europa
- Geplante Verkaufserlöse bis 2028 könnten niedriger ausfallen
- Vorstand führt bereits Gespräche mit Banken und Hauptaktionären
- Jahresabschluss 2025 verzögert sich möglicherweise
Ökostromtochter unter Druck
Der Vorstand der BayWa AG rechnet bei der Tochtergesellschaft BayWa r.e. AG mit erheblichen Planabweichungen. Verantwortlich dafür sind nach Unternehmensangaben "erkennbare Marktentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA und Europa". In den Vereinigten Staaten wurden Steuervorteile für den Ausbau erneuerbarer Energien gestrichen, in mehreren europäischen Ländern hat sich der Zubau von Wind- und Solarparks verlangsamt.
Das Hauptgeschäft der BayWa r.e. – Planung und Bau von Wind- und Solarparks – leidet direkt unter dieser Entwicklung. Die Konsequenz: Die Erlöse aus dem geplanten Verkauf der Beteiligung könnten deutlich niedriger ausfallen als kalkuliert.
Verkauf zentral für Sanierung
Das Sanierungskonzept der BayWa AG basiert wesentlich auf dem Verkauf der Ökostromtochter. Bis Ende 2028 sollte die Beteiligung veräußert werden – die Erlöse sind fest eingeplant, um die über fünf Milliarden Euro schweren Bankschulden abzubauen. Geraten diese Einnahmen in Gefahr, steht die gesamte Refinanzierungsfähigkeit des Konzerns infrage.
Der Vorstand hat vorsorglich Gespräche mit den wichtigsten Finanzierungspartnern und Hauptaktionären aufgenommen. Ziel ist es, die Refinanzierung am Ende des Sanierungszeitraums sicherzustellen. Immerhin: Die operative Liquidität und das Tagesgeschäft sind laut Unternehmen nicht unmittelbar betroffen, da bis 2028 keine Liquiditätsflüsse zwischen BayWa und BayWa r.e. geplant sind.
Sanierung auf wackligem Fundament
Die BayWa AG kämpft seit 2024 ums Überleben. Ein schuldenfinanzierter Expansionskurs im Ausland hatte das Traditionsunternehmen an den Rand der Insolvenz gebracht. Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete der Konzern einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro – das Grundkapital war damit vollständig aufgebraucht. Das Sanierungskonzept sieht vor, aus dem weltumspannenden Unternehmen mit 24 Milliarden Euro Umsatz einen fokussierten Agrar- und Baustoffhändler zu machen.
Nun zeigt sich: Die Rechnung könnte nicht aufgehen. Der Jahresabschluss für 2025, ursprünglich bis spätestens 30. April 2026 vorgesehen, wird sich voraussichtlich verzögern. Parallel vollzieht sich ein Umbau im Aufsichtsrat, mehrere Mitglieder haben nach Aktionärskritik ihren Rückzug angekündigt. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die BayWa die Sanierung ohne Nachbesserungen stemmen kann – oder ob das Konzept grundlegend überarbeitet werden muss.
BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 08. Februar liefert die Antwort:
Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








