Der Münchner Konzern muss einen herben Rückschlag im Kampf gegen die Schuldenlast hinnehmen. Ausgerechnet die Energietochter BayWa r.e., deren Verkauf eigentlich die Rettung finanzieren soll, meldet massive Planabweichungen. Nun müssen die Konditionen mit den Gläubigern neu verhandelt werden, da die kalkulierten Verkaufserlöse in Gefahr sind.

Verkaufserlös in Gefahr

Das Herzstück des Sanierungskonzepts zeigt Risse. Wie der Vorstand Anfang der Woche per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, rechnet man mit „wesentlichen Abweichungen“ bei der Geschäftsplanung der Tochtergesellschaft BayWa r.e. Ursache hierfür sind drastisch verschlechterte Marktbedingungen. In den USA hat Präsident Trump im Juli 2025 Steuervergünstigungen für Erneuerbare Energien gestrichen, während in Europa der Zubau von Wind- und Solaranlagen stockt.

Diese Entwicklung trifft die BayWa an ihrer empfindlichsten Stelle: Der für Ende 2028 geplante Verkauf der Anteile an der Energietochter sollte die nötigen Mittel bringen, um die Refinanzierung des Konzerns sicherzustellen. Fallen die Erlöse geringer aus als geplant, geht die Rechnung nicht mehr auf.

Gespräche mit Banken laufen

Als Reaktion auf die drohende Finanzierungslücke hat der Vorstand umgehend Gespräche mit den wesentlichen Finanzierungspartnern und Großaktionären aufgenommen. Ziel ist es, das Sanierungskonzept an die neue Realität anzupassen und die langfristige Basis zu sichern.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Das Unternehmen betont jedoch, dass zumindest kurzfristig keine Panik angebracht ist:
* Es gibt keine direkten negativen Auswirkungen auf die aktuelle Liquidität.
* Das operative Tagesgeschäft läuft weiter.
* Bis zum geplanten Verkauf 2028 fließen keine Gelder zwischen der BayWa AG und der Tochterfirma.

Bilanzvorlage verzögert sich

Die Unsicherheit hat auch administrative Folgen. Der eigentlich für den 30. April 2026 terminierte Jahresabschluss für 2025 wird sich voraussichtlich verzögern. Zunächst müssen die neuen Planungen der BayWa r.e. finalisiert und bewertet werden.

Gleichzeitig baut sich der Aufsichtsrat um. Michael Höllerer und Monika Hohlmeier verlassen das Gremium Ende März, Monique Surges folgt Ende Mai. Die Nachbesetzungen stehen auf der Agenda der kommenden Hauptversammlung.

Fakten auf einen Blick

  • Auslöser: Ad-hoc-Mitteilung vom 2. Februar 2026
  • Problem: Planabweichungen bei Tochter BayWa r.e.
  • Ursache: Gestrichene US-Steuervorteile & schwacher EU-Markt
  • Konsequenz: Verkaufserlöse für 2028 gefährdet
  • Reaktion: Neue Verhandlungen mit Gläubigern

Der Vorstand hält zwar an der Zuversicht fest, die Sanierung erfolgreich umzusetzen, doch der Zeitdruck wächst. Die Ergebnisse der Gläubigergespräche und der neue Termin für den Jahresabschluss werden zeigen, wie tiefgreifend das Sanierungskonzept überarbeitet werden muss.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 06. Februar liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...