BayWa Aktie: Unsicherer Vorstoß?
Der Cefetra-Verkauf ist abgeschlossen, und BayWa hat damit ein weiteres Stück seines Schuldenabbaus bewältigt. Doch hinter diesem Teilerfolg wächst ein ernstes Problem: Der wichtigste Baustein der Restrukturierung droht wegzubrechen.
Ein Drittel geschafft – zwei Drittel offen
Der Verkauf der Getreidehändlerin Cefetra an ein Investorenkonsortium bringt zwar nur 125 Millionen Euro direkt in die Kasse. Der eigentliche Effekt liegt jedoch in der Bilanz: Durch die Entkonsolidierung verschwinden Bankverbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro aus den Büchern. Zusammen mit früheren Transaktionen hat BayWa damit rund 1,3 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten abgebaut.
Das Ziel lautet 4 Milliarden Euro bis 2028 – damit ist gerade ein Drittel des Weges geschafft.
BayWa r.e. verfehlt ihre Ziele
Die verbleibende Lücke von 2,7 Milliarden Euro sollte ursprünglich vor allem durch den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Energietochter BayWa r.e. geschlossen werden – rund 2 Milliarden Euro waren dafür eingeplant. Genau diese Kalkulation steht nun unter Druck.
Per Ad-hoc-Mitteilung vom 2. Februar informierte BayWa über „wesentliche Abweichungen" bei der Geschäftsplanung der Energietochter. Als Ursache nannte das Unternehmen Marktveränderungen im Bereich erneuerbarer Energien in den USA und Europa. Besonders schmerzhaft: Die USA waren 2024 mit über 534 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Absatzmarkt. Der dortige Stopp von Projektpipelines und gestrichene Steueranreize treffen BayWa r.e. direkt. Eine Abwertung der Tochter scheint kaum noch vermeidbar, was die erzielbaren Verkaufserlöse erheblich schmälern dürfte.
Seit Anfang Februar laufen Gespräche mit Finanzierungspartnern über eine Anpassung des Sanierungskonzepts.
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Führungswechsel und verschärfte Kontrollen
Parallel zur finanziellen Schieflage vollzieht sich ein tiefgreifender Umbau an der Konzernspitze. Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 aus; sein Mandat endete bereits mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat legen drei Mitglieder ihre Mandate nieder – darunter CSU-Politikerin Monika Hohlmeier und Bankdirektor Michael Höllerer, die Ende März ausscheiden. Monique Surges folgt Ende Mai. Die Abgänge stehen im Zusammenhang mit Kritik am Kontrollgremium, das den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatte.
Als Konsequenz senkt BayWa die Genehmigungsschwelle für Aufsichtsratsentscheidungen deutlich: Künftig müssen Geschäfte ab 50 Millionen Euro vom Gremium gebilligt werden – bisher lag die Grenze bei 200 Millionen Euro.
Das laufende Sparprogramm sieht zudem den Abbau von 1.300 der rund 8.000 Vollzeitstellen sowie die Schließung von 26 Niederlassungen bis 2027 vor. Zusätzlich prüft die BaFin seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023; die Veröffentlichung des Abschlusses für 2025 verzögert sich voraussichtlich über den ursprünglich geplanten Termin Ende April hinaus.
Quartalszahlen am 26. März als Richtungsentscheid
Als nächster Schritt steht der Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers Turners & Growers an, der rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beisteuern soll. Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal vor. Diese Veröffentlichung wird zeigen, wie tief die Wertberichtigungen bei BayWa r.e. tatsächlich ausfallen und ob die Gläubigerbanken dem angepassten Sanierungsplan zustimmen. Ohne eine tragfähige Lösung für die Energietochter bleibt das 4-Milliarden-Ziel bis 2028 kaum erreichbar.
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