Unmittelbar vor der Vorlage der Quartalsergebnisse eskaliert die Lage bei dem Agrar- und Energiekonzern auf allen Ebenen. Ein fehlendes Milliardenbudget für die Restrukturierung, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und der sofortige Rücktritt von CEO Frank Hiller zeichnen das Bild eines Unternehmens im Ausnahmezustand. Die Papiere spiegeln diese tiefgreifende Krise mit einem Minus von 28,10 Prozent auf Jahressicht unmissverständlich wider.

Energietochter reißt tiefe Löcher

Der Kern des finanziellen Problems liegt bei der Energietochter BayWa r.e. Ursprünglich sollte der Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Diese Kalkulation ist Makulatur, da veränderte regulatorische Rahmenbedingungen im wichtigsten Einzelmarkt USA die erzielbaren Verkaufspreise massiv drücken. Beim angestrebten Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro fehlt dem Management nun ein Betrag von 2,7 Milliarden Euro. Als Konsequenz verschiebt sich der gesamte Planungshorizont bis ins Jahr 2030, wobei nennenswerte operative Gewinne der Energiesparte frühestens ab 2027 erwartet werden.

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Juristischer Druck und gestrichene Prognosen

Parallel zur operativen Schieflage erhöht sich der juristische Druck. Die Finanzaufsicht BaFin rügte den Jahresabschluss 2023 formell, da wesentliche Refinanzierungsrisiken für Anleihen und Kredite in Milliardenhöhe im Lagebericht verschwiegen wurden. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter den früheren Vorstandschef Marcus Pöllinger. Die anhaltenden Unsicherheiten zwingen den Konzern nun dazu, die Jahresprognose für 2026 komplett zu streichen und die Erstellung der 2025er-Bilanz womöglich bis ins vierte Quartal 2026 zu verschieben.

Notverkäufe und personeller Umbruch

Um zumindest punktuell für Entlastung zu sorgen, treibt das Unternehmen den Verkauf von Randbereichen voran. Die Veräußerung des Getreidehändlers Cefetra brachte 125 Millionen Euro ein und befreite die Konzernbilanz von Bankverbindlichkeiten in Höhe von über 600 Millionen Euro. Als nächster Kandidat gilt die neuseeländische Tochter T&G Global, deren Verkauf weitere 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen könnte. Den massiven Umbau muss BayWa allerdings mit einer neuen Führungsriege bewältigen: CEO Frank Hiller hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt, und auch im Aufsichtsrat räumen bis Ende Mai drei Mitglieder ihre Posten.

Am kommenden Donnerstag, den 26. März, stehen die Zahlen für das vierte Quartal 2025 an. Dieser Termin zwingt das Unternehmen, das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte offenzulegen. Gleichzeitig wird sich an diesem Tag entscheiden, ob die Kernbanken dem angeschlagenen Konzern die zwingend benötigte Stillhaltevereinbarung bis in den Herbst gewähren. Bei einem aktuellen Kursniveau von 15,10 Euro preist der Markt bereits ein erhebliches Scheiternsrisiko ein.

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