BayWa Aktie: Vier Milliarden, vier Fronten
Donnerstag, 26. März — dieser Termin hängt wie ein Damoklesschwert über BayWa. Erstmals werden die Q4-Zahlen das volle Ausmaß der Abschreibungen auf die Energiesparte zeigen. Gleichzeitig entscheidet sich, ob die Kernbanken eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 gewähren — ohne die das gesamte Sanierungskonzept ins Wanken gerät.
Wenn Zahlen nicht reichen
Die Q4-Daten allein wären schon belastend genug. Der vollständige Jahresabschluss 2025 verzögert sich wegen notwendiger Neubewertungen voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026. Und die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet: BayWa hatte wesentliche Finanzierungsrisiken verschwiegen — darunter die Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe und kurzlaufende Schuldverschreibungen über 632 Millionen Euro. Die Rüge trifft implizit auch Wirtschaftsprüfer PwC, der dem Abschluss ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte.
Zusätzlich ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue gegen frühere Verantwortliche — darunter die ehemaligen Vorstandschefs Marcus Pöllinger und Klaus Josef Lutz.
Das Sanierungsloch wächst
Das Kernproblem liegt bei der Energietochter BayWa r.e. Nachdem Präsident Trump im Januar 2025 Fördermittel für erneuerbare Energien in dreistelliger Milliardenhöhe stoppte, brachen die erzielbaren Verkaufspreise ein. Der ursprünglich geplante Erlös von 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung ist nicht mehr realistisch. Vom Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro bis 2028 fehlen derzeit rund 2,7 Milliarden Euro.
Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 wurde auf rund 140 Millionen Euro gesenkt — das ursprüngliche Gutachten hatte für 2028 noch 230 Millionen Euro angesetzt.
Umbau auf allen Ebenen
Parallel zur Bilanzaufarbeitung vollzieht sich ein tiefgreifender Führungswechsel. CEO Frank Hiller verlässt das Unternehmen; sein formeller Abgang folgt im Juli 2026. Drei Aufsichtsratsmitglieder räumen ebenfalls ihre Posten — Monika Hohlmeier und Michael Höllerer Ende März, Monique Surges Ende Mai. Alle drei hatten den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen. Die Zustimmungspflicht für Geschäfte wurde als direkte Reaktion auf die Kontrolldefizite von 200 Millionen auf 50 Millionen Euro abgesenkt.
Beim Schuldenabbau gibt es messbare Fortschritte: Rund 1,3 Milliarden Euro wurden seit 2025 abgebaut, maßgeblich durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra. Als nächster Verkaufskandidat steht die neuseeländische Tochter Turners & Growers auf der Agenda — Insider schätzen den möglichen Erlös auf rund 300 Millionen Euro. Gemessen an der verbleibenden Lücke von 2,7 Milliarden Euro bleibt das ein bescheidener Beitrag.
Die Aktie notiert aktuell rund 14 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn fast zehn Prozent verloren. Ob der Donnerstag zumindest Klarheit über den Bankenkonsens bringt, wird kurzfristig entscheidend für das Vertrauen der Kapitalmärkte in den Sanierungskurs sein.
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