BayWa Aktie: Fehlende Verbesserungen?
Der Verkauf der Agrarhandelstochter Cefetra sollte dem hochverschuldeten BayWa-Konzern eigentlich Luft verschaffen. Stattdessen reißt die schwächelnde Energiesparte ein Milliardenloch in den Restrukturierungsplan. Parallel verlässt ein Teil der Führungsriege das Unternehmen, während die Finanzaufsicht BaFin die Bücher genau unter die Lupe nimmt.
Milliardenlücke durch US-Geschäft
Zwar spült der nun abgeschlossene Cefetra-Verkauf 125 Millionen Euro in die Kasse und senkt die Bankverbindlichkeiten durch Entkonsolidierung um über 600 Millionen Euro. Damit hat der Konzern seine Schuldenlast seit 2025 um beachtliche 1,3 Milliarden Euro reduziert. Das eigentliche Problem liegt jedoch bei der Energietochter BayWa r.e.
Ursprünglich kalkulierte das Management mit Erlösen von 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf dieser Beteiligung bis 2028. Veränderte politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen im wichtigsten Einzelmarkt USA machen diese Summe nun unerreichbar. Das Sanierungsziel von insgesamt vier Milliarden Euro rückt damit in weite Ferne. Die verbleibende Lücke von 2,7 Milliarden Euro zwingt den Konzern, das gesamte Restrukturierungskonzept per Ad-hoc-Mitteilung infrage zu stellen und neu zu verhandeln.
Umbau an der Konzernspitze
Als Reaktion auf die anhaltende Schieflage baut der Konzern seine Führungsebene um. Der Aufsichtsrat zieht zudem die Zügel an: Künftig müssen alle Geschäfte ab einem Volumen von 50 Millionen Euro vom Kontrollgremium gebilligt werden – bisher lag diese Schwelle bei 200 Millionen Euro.
Folgende personelle Einschnitte im Vorstand und Aufsichtsrat stehen fest:
* Dr. Frank Hiller: Der Vorstandsvorsitzende legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder und scheidet Ende Juli 2026 endgültig aus.
* Marlen Wienert: Die Vorständin übernimmt zusätzlich das Personal- und Nachhaltigkeitsressort.
* Monika Hohlmeier & Michael Höllerer: Verlassen den Aufsichtsrat Ende März 2026.
* Monique Surges: Legt ihr Aufsichtsratsmandat Ende Mai 2026 nieder.
Die scheidenden Aufsichtsräte standen intern in der Kritik, den schuldenfinanzierten Expansionskurs der vergangenen Jahre mitgetragen zu haben.
BaFin-Prüfung verzögert Bilanzen
Erschwert wird die Rettung durch regulatorischen Druck. Die Finanzaufsicht BaFin prüft bereits seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023 wegen unzureichend dargestellter Finanzierungsrisiken im Lagebericht. Infolge dieser Untersuchung und der zwingend nötigen Neubewertung der Energiesparte dürfte sich die Vorlage des Konzernabschlusses für 2025 bis in das vierte Quartal 2026 verzögern. Um diese Zeit zu überbrücken, verhandelt das Management aktuell mit den Kernbanken über eine formelle Stillhaltevereinbarung bis in den Herbst.
Konkrete Fakten zum finanziellen Einschlag liefert das Unternehmen am 26. März 2026. An diesem Tag veröffentlicht BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025, die das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte offenlegen. Gleichzeitig wird das Management erklären müssen, ob der geplante Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro ausreicht, um die Banken von einer Fortsetzung des Sanierungskurses zu überzeugen.
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