Mitten in der schwersten Krise der Unternehmensgeschichte erodiert beim Agrar- und Handelskonzern BayWa die oberste Kontrollebene. Mit Michael Höllerer, Monika Hohlmeier und demnächst Monique Surges legen gleich drei Mitglieder ihre Mandate im Aufsichtsrat nieder. Der personelle Aderlass offenbart die tiefe Verunsicherung, die nach dem gescheiterten Teilverkauf der Energiesparte und einer klaffenden Finanzierungslücke im Konzern herrscht.

Milliardenloch und gekappte Prognosen

Ursächlich für die extreme Anspannung ist ein Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Euro. Nachdem die US-Umweltbehörde EPA landesweite Emissionsstandards aufgehoben hatte, brachen die Verkaufspreise für Solar- und Windprojekte massiv ein. Der geplante Teilverkauf der BayWa-Energiesparte scheiterte infolgedessen komplett. Das Management musste daraufhin die Jahresprognose für 2026 restlos streichen und das operative Gewinnziel (EBITDA) für 2027 drastisch auf gut 140 Millionen Euro zusammenstreichen. Diese fundamentale Schieflage spiegelt sich deutlich auf dem Kurszettel wider, wo der Titel auf Monatssicht einen Verlust von 12,65 Prozent verzeichnet.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Juristischer Druck und Bilanz-Verzögerung

Um den Konzern vor akuter Zahlungsunfähigkeit zu bewahren, verhandelt die Führungsebene derzeit intensiv mit den Kernbanken. Ein erfolgreicher Abschluss bis zum Herbst 2026 ist zwingend nötig. Der geprüfte Konzernabschluss für 2025 lässt aufgrund komplexer Abschreibungen ohnehin bis in das vierte Quartal 2026 auf sich warten.

Gleichzeitig wächst der juristische Druck auf externe Prüfer. Das aktuelle Management prüft Schadensersatzansprüche gegen PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Wirtschaftsprüfer hatten für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt, ohne auf existenzgefährdende Risiken hinzuweisen. Mittlerweile hat die staatliche Aufsichtsstelle Apas ein Verfahren gegen PwC eingeleitet. Parallel dazu bereitet die Kanzlei TILP rechtliche Schritte für Aktionäre vor, die zwischen 2022 und 2026 in das Unternehmen investiert haben.

Auf der kommenden Hauptversammlung müssen nun zeitnah drei neue Aufsichtsratsmitglieder gefunden und bestätigt werden, wobei ein neues Kompetenzprofil künftig strengere Maßstäbe anlegt. Die operative Rettung des Konzerns hängt jedoch primär an den Banken: Gelingt bis zum Herbst kein verbindliches Stillhalteabkommen, droht dem Agrarriesen noch vor der verspäteten Bilanzvorlage endgültig die Liquidität auszugehen.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 01. April liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...