Bayer hat am 4. März 2026 einen wichtigen juristischen Meilenstein erreicht: Ein US-Richter erteilte die vorläufige Genehmigung für einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung Tausender Roundup-Klagen. Doch die Entlastung bleibt vorerst fragil – und die Jahresprognose zeigt, wie teuer der Rechtsstreit den Konzern noch zu stehen kommt.

3,6 Milliarden Euro Nettoverlust

Die Jahresergebnisse 2025 offenbaren das Dilemma: Operativ läuft es bei Bayer solide. Der Umsatz erreichte 45,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA 9,7 Milliarden Euro. Doch unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro – maßgeblich getrieben durch Rechtsstreitigkeiten. Im Vergleich zum Vorjahr vergrößerte sich der Verlust um rund eine Milliarde Euro.

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Die Agrarsparte entwickelte sich zum Wachstumstreiber. Das Maisgeschäft legte währungsbereinigt um 13,2 Prozent zu, unter anderem durch die Beilegung eines Lizenzstreits. Gegenläufig wirkten Rückgänge bei Sojabohnen- und Baumwollsaatgut nach dem Widerruf der Dicamba-Zulassung in den USA.

Negativer Cashflow erwartet

Für 2026 rechnet Bayer mit Umsätzen zwischen 45 und 47 Milliarden Euro sowie einem bereinigten EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Der kritische Punkt: Der freie Cashflow soll zwischen minus 2,5 und minus 1,5 Milliarden Euro liegen. Hauptgrund sind geplante Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund fünf Milliarden Euro.

Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen – nach 29,8 Milliarden Euro Ende 2025.

Supreme Court als Unsicherheitsfaktor

Der vorläufig genehmigte Vergleich soll Klagen mit einer Laufzeit von bis zu 21 Jahren beilegen. Allerdings können Kläger aussteigen, und Bayer behält sich vor, den Vergleich zu kündigen, falls die Beteiligungsquote zu niedrig ausfällt. CEO Bill Anderson machte deutlich, dass die Quote „sehr nah" an 100 Prozent liegen müsse.

Parallel wartet der Konzern auf eine Entscheidung des US Supreme Court. Das Gericht verhandelt am 27. April über die Frage, ob Bundesrecht die Klagen wegen fehlender Warnhinweise ausschließt. Eine Entscheidung wird für die zweite Junihälfte erwartet. Ein positiver Beschluss könnte einen erheblichen Teil der rund 65.000 noch offenen Klagen entkräften.

Pharma-Pipeline liefert Daten

Beim Europäischen Radiologiekongress in Wien präsentierte Bayer neue Phase-III-Daten zu Gadoquatrane, einem MRT-Kontrastmittel. Die Ergebnisse zeigten vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit bei 60 Prozent geringerer Gadolinium-Dosis. Bayers Radiologie-Produkte erzielten 2024 Umsätze von 2,1 Milliarden Euro.

Das Jahr 2026 wird zeigen, ob Bayer die juristische Last dauerhaft abschütteln kann. Die vorläufige Genehmigung des Vergleichs ist ein Schritt, doch die finale Entlastung hängt von der Kläger-Beteiligung und dem Supreme-Court-Urteil ab.

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