Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr sind da, doch die Erleichterung bleibt aus. Zwar hat Bayer seine operativen Ziele für 2025 erreicht, doch der Ausblick auf das laufende Jahr wirkt wie eine kalte Dusche für Investoren. Statt der erhofften Befreiung dominieren weiterhin teure Rechtsstreitigkeiten die Bilanz und drücken den Konzern tief in den negativen Cashflow.

Verlustzone weitet sich aus

Der Blick in die Bücher zeigt ein zweigeteiltes Bild. Währungsbereinigt konnte der Konzern den Umsatz leicht auf rund 45,6 Milliarden Euro steigern und damit die eigenen Prognosen erfüllen. Doch unter dem Strich hinterlassen die juristischen Altlasten tiefe Spuren.

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Der Nettoverlust wuchs im Vergleich zum Vorjahr um gut eine Milliarde auf fast 3,6 Milliarden Euro an. Verantwortlich hierfür sind primär die massiven Rückstellungen für die US-Rechtsstreitigkeiten, die das operative Ergebnis (EBITDA) trotz einer soliden Leistung in der Agrarsparte überschatten. Aktionäre müssen sich daher weiterhin mit einer Dividende auf dem gesetzlichen Minimum von 0,11 Euro begnügen.

Cashflow-Warnung für 2026

Noch schwerer wiegt jedoch die Prognose für das laufende Jahr. Das Management rechnet für 2026 mit Stagnation bei Umsatz und Gewinn, schockt aber vor allem mit den Zielen für die Liquidität. Der freie Cashflow soll auf minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro abrutschen.

Der Grund sind erwartete Auszahlungen von rund fünf Milliarden Euro für Vergleiche. Diese Belastung kehrt den Trend bei der Entschuldung um: Die Nettofinanzverschuldung dürfte bis Jahresende wieder auf bis zu 33 Milliarden Euro steigen, nachdem sie 2025 noch erfolgreich unter die 30-Milliarden-Marke gedrückt wurde.

Die Last der Klagen

Das zentrale Hindernis bleibt die juristische Aufarbeitung der Monsanto-Übernahme. Zwar steht eine Einigung über rund 6,8 Milliarden Euro für einen Großteil der Roundup-Klagen im Raum, doch diese hängt noch an der Zustimmung der US-Gerichte. Ohne grünes Licht der Justiz und eine breite Akzeptanz der Kläger droht der Vergleich zu platzen.

Zusätzlich belasten Vergleiche rund um die Chemikalie PCB die Kasse. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten summierten sich Ende 2025 bereits auf 11,8 Milliarden Euro.

Kursreaktion und Chartbild

Der Markt reagierte prompt auf die enttäuschende Zukunftsperspektive. Die Aktie ging gestern (Mittwoch) bei 37,80 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier seit Jahresanfang mit einem Minus von 0,59 Prozent wieder im roten Bereich.

Charttechnisch hat sich die Lage eingetrübt. Der Kurs fiel deutlich unter den 50-Tage-Durchschnitt von 42,82 Euro zurück. Auch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von gut 49 Euro beträgt mittlerweile über 23 Prozent.

Fazit: Geduld bleibt gefragt

Das Jahr 2026 wird für Bayer zur Übergangsphase mit offenem Ausgang. Solange der negative Cashflow die Bilanz aushöhlt und die Schulden steigen, fehlt die finanzielle Flexibilität für große Sprünge. Erst wenn die milliardenschweren Vergleiche final juristisch abgesegnet sind, kann der operative Fokus – und damit auch das Vertrauen der Anleger – zurückkehren. Bis dahin bleibt die Aktie eine Wette auf die erfolgreiche Arbeit der Justizabteilung und der neuen Finanzvorständin Judith Hartmann.

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