Bayer kann die Vergangenheit nicht abschütteln. Trotz operativer Stabilität verhageln massive Rechtskosten die Bilanz für 2025 und trüben den Ausblick auf das laufende Jahr erheblich ein. Anleger reagieren empfindlich auf die Ankündigung, dass der Konzern 2026 aufgrund hoher Vergleichszahlungen voraussichtlich mehr Geld verbrennen wird, als er einnimmt.

Teure Altlasten belasten Ergebnis

Die heute vorgelegten Zahlen verdeutlichen die anhaltende Schwere der Glyphosat-Thematik. Der Nettoverlust weitete sich im Geschäftsjahr 2025 auf 3,62 Milliarden Euro aus, verglichen mit 2,55 Milliarden Euro im Vorjahr. Verantwortlich hierfür sind primär Sonderaufwendungen für Rückstellungen im Zusammenhang mit US-Rechtsstreitigkeiten. Operativ hält sich der Konzern zwar wacker: Das bereinigte EBITDA sank nur moderat um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro, während der Umsatz leicht auf 45,58 Milliarden Euro nachgab.

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Die Marktreaktion fällt dennoch deutlich aus. Die Aktie verliert heute 4,63 Prozent und notiert bei 35,95 Euro. Dieser Tagesverlust fügt sich in ein düsteres Bild der letzten Wochen ein: Allein in den vergangenen sieben Tagen gab das Papier über 15 Prozent nach.

Ausblick 2026: Schulden steigen wieder

Besonders bitter stößt den Investoren die Prognose für den freien Finanzmittelfluss (Free Cash Flow) im laufenden Jahr auf. Bayer erwartet für 2026 einen negativen Wert von minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro. Der Grund sind geplante Auszahlungen für Rechtsvergleiche in Höhe von rund 5 Milliarden Euro. Dies durchkreuzt die Hoffnungen auf einen schnellen Schuldenabbau. Stattdessen rechnet das Management damit, dass die Nettofinanzverschuldung von knapp 30 Milliarden auf bis zu 33 Milliarden Euro ansteigen wird.

Zwar wird der Hauptversammlung eine stabile Dividende von 0,11 Euro vorgeschlagen, doch angesichts der Kapitalabflüsse wirkt dies eher wie Kosmetik. Auch das operative Ziel für 2026 blieb hinter den Erwartungen einiger Marktteilnehmer zurück, was den Verkaufsdruck zusätzlich erhöht.

Fazit: Vertrauen bleibt beschädigt

Die aktuelle Bewertung spiegelt die tiefe Skepsis des Marktes wider. Mit einem RSI von 19,6 ist die Aktie zwar technisch stark überverkauft, doch die fundamentalen Sorgen um Liquidität und Schuldenlast wiegen schwer. Solange die Milliardenzahlungen für US-Vergleiche den Cashflow ins Minus drücken und die Verschuldung treiben, dürfte eine nachhaltige Erholung schwierig werden. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob der angekündigte Sammelvergleich in den USA tatsächlich den erhofften Schlussstrich unter die Klagewelle ziehen kann.

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