Die Bayer-Aktie erlebt turbulente Zeiten. Nach einem Kurssprung von über sieben Prozent am Dienstag folgte am Mittwoch ein Absturz um sieben Prozent. Am Donnerstag notiert das Papier bei 45,42 Euro, ein Minus von 0,85 Prozent. Die Volatilität hat einen klaren Auslöser: US-Präsident Donald Trump hat am 18. Februar 2026 eine Verordnung unterzeichnet, die Glyphosat und Phosphor zur Priorität der nationalen Sicherheit erklärt.

Unter Berufung auf den Defense Production Act von 1950 stuft das Weiße Haus die Verfügbarkeit dieser Stoffe als unverzichtbar für die militärische Bereitschaft und die Nahrungsmittelversorgung ein. Phosphor ist nicht nur Basis für Agrarchemikalien, sondern auch kritischer Bestandteil in der Halbleiterfertigung und in Lithium-Ionen-Batterien für Waffensysteme. Die USA importieren jährlich über 6.000.000 Kilogramm elementaren Phosphor – eine Abhängigkeit, die Trump als Sicherheitslücke bezeichnet.

Bayer erhält faktische Bestandsgarantie

Die Präsidialverfügung hebt explizit hervor, dass es in den USA nur einen nennenswerten Produzenten von elementarem Phosphor und Glyphosat gibt. Gemeint ist die Bayer-Tochter Monsanto mit ihren Minen in Soda Springs, Idaho, sowie Produktionsstätten in Iowa und Louisiana. Das Landwirtschaftsministerium wird angewiesen sicherzustellen, dass "keine Anordnung oder Regulierung die wirtschaftliche Rentabilität eines inländischen Produzenten gefährdet". Bayer erhält damit eine staatliche Bestandsgarantie für seine umstrittene Kernsparte.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?

Die US-Regierung kann den Leverkusener Konzern künftig verpflichten, mit der Herstellung vorrangig nationale Bestände zu sichern und die Produktion auszubauen. Im Gegenzug werden größtmögliche Unterstützung und Schutz zugesichert – teils auch in Fragen der Produkthaftung. Trump betont in der Begründung: "Der Mangel an Zugang zu Glyphosat-basierten Herbiziden würde die landwirtschaftliche Produktivität kritisch gefährden."

Timing könnte entscheidend sein

Die politische Flankierung erfolgt zu einem strategischen Zeitpunkt. Bayer treibt parallel einen Sammelvergleich zur Beilegung der jahrelangen Roundup-Rechtsstreitigkeiten voran. Der neue Vorschlag sieht Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über 21 Jahre vor. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten könnten von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro steigen. Die Genehmigung durch das Gericht in St. Louis steht noch aus.

Die offizielle Anerkennung als "unverzichtbares Werkzeug" der Nation dürfte die rechtliche Position des Konzerns in zukünftigen Verfahren und vor dem Supreme Court stärken. Marktbeobachter sprechen von einem "politisch induzierten Aufwind". Ein Händler formuliert es deutlich: "Dann kann man sich ja ausmalen, dass Glyphosat vor Gericht nicht mehr als 'Teufelszeug' hingestellt werden kann."

Der DAX verlor am Donnerstag 0,5 Prozent auf 25.146 Punkte. Ob die Trump-Verordnung die Trendwende für die gebeutelte Bayer-Aktie einleitet, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 19. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...