Positive Studiendaten in der Onkologie liefern Bayer zwar Rückenwind. Doch an der Börse zählt derzeit vor allem eine andere Baustelle: Der geplante milliardenschwere Roundup-Vergleich stößt vor Gericht auf organisierten Widerstand. Genau diese Unsicherheit hielt die Aktie zuletzt unter Druck.

Onkologie: Xofigo-Kombi überzeugt

Bayer meldete diese Woche einen Phase-III-Erfolg für eine Kombinationstherapie rund um das Prostatakrebs-Medikament Xofigo (Radium-223-dichlorid). In der Studie mit Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen senkte die Kombination aus Enzalutamid und Xofigo das Sterberisiko gegenüber Enzalutamid allein um 24%.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?

Auch beim radiologischen progressionsfreien Überleben und beim Gesamtüberleben zeigte die Studie statistisch signifikante Verbesserungen. Die Ergebnisse wurden am 26. Februar veröffentlicht – und sorgten kurzfristig für eine leicht positivere Reaktion am Markt.

Roundup: Vergleich trifft auf Gegenwind

Der größere Hebel für die Bewertung bleibt aber der Roundup-Komplex. Bayer will über einen Klassenvergleich 7,25 Mrd. US-Dollar zahlen, um einen Großteil der noch rund 65.000 verbleibenden Klagen beizulegen. Doch nun formiert sich Widerstand: 14 Kanzleien, die fast 20.000 Kläger vertreten, fordern in Missouri eine Verzögerung der gerichtlichen Prüfung.

Konkret richtet sich der Antrag gegen den engen Zeitplan. Die vorläufige Genehmigung soll nach Bayers Plan bereits am 4. März erfolgen – nur 15 Tage nach der Ankündigung am 17. Februar. Die Kanzleien argumentieren, das könne Verfahrens- und Fairnessrechte der Betroffenen verletzen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Vergütungsstruktur. Kritiker bemängeln, dass berufliche Roundup-Nutzer (z.B. Landwirte) bevorzugt würden. Als Beispiel nennen sie deutliche Unterschiede bei möglichen Auszahlungen: Ein beruflicher Kläger mit aggressivem NHL vor dem 60. Lebensjahr käme im Schnitt auf 165.000 Dollar, ein privater Nutzer mit denselben Merkmalen dagegen auf 40.000 Dollar. Bayer hält den Vorschlag dagegen für „fair“ und genehmigungsfähig.

Cashflow, Rückstellungen, Supreme Court: die nächsten Marker

Finanziell bleibt der Rechtskomplex spürbar. Bayer hat die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auf 11,8 Mrd. Euro erhöht und erwartet für 2026 einen negativen freien Cashflow, weil in diesem Jahr die größten Zahlungen anfallen. Für die ersten Mittelabflüsse sicherte sich der Konzern zudem eine Brückenfinanzierungsfazilität über 8 Mrd. US-Dollar.

Zusätzlich schaut der Markt auf den US Supreme Court: Ende Juni wird eine Entscheidung erwartet, die Bayers Argument betrifft, wonach die EPA-Zulassung von Roundup ohne Krebswarnung Klagen auf Ebene der Bundesstaaten ausschließen sollte. Der vorgeschlagene Vergleich ändert an diesem Verfahren nichts – aber das Urteil bleibt eine Schlüsselvariable.

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage in einem nervösen Bild: Am Freitag schloss die Aktie bei 41,75 Euro, in sieben Tagen sind es -4,07%, auf 30 Tage -7,19%. Auffällig ist zudem der sehr niedrige RSI von 19,6, der den zuletzt starken Verkaufsdruck unterstreicht – trotz eines Plus von 9,80% seit Jahresbeginn.

Der nächste konkrete Termin ist der 4. März: Dann steht die beantragte vorläufige Genehmigung des 7,25-Mrd.-Dollar-Vergleichs im Raum – nun allerdings mit dem Risiko, dass der Widerstand der Klägerseite den Zeitplan ausbremst.

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...