Bayer will die Glyphosat-Dauerbaustelle in den USA endlich eindämmen – doch ausgerechnet von der Klägerseite kommt neuer Gegenwind. Anwälte, die rund 20.000 Kläger vertreten, stellen sich gegen den ausgehandelten Vergleich über bis zu 7,25 Mrd. US-Dollar und wollen das Verfahren ausbremsen. Für Bayer bedeutet das: Der juristische Deckel sitzt noch nicht fest, und die finanzielle Planung bleibt angreifbar.

Klägerseite bremst Gerichtsprüfung

Die beteiligten Kanzleien beantragen, die gerichtliche Prüfung des Vergleichs zu verzögern. Ihre Begründung: Ein zu schnelles Vorgehen könne die Rechte von Krebspatienten und deren Familien gefährden. Damit wird klar: Selbst nach der Mitte Februar bekannt gemachten Einigung bleibt die Chance auf eine zügige, umfassende Befriedung der Roundup-/Glyphosat-Klagen unsicher.

Bayer hatte den Schritt als wichtigen Meilenstein gesehen. Konkret ging es um einen Sammelvergleich der US-Tochter Monsanto, der aktuelle und auch künftige Klagen im Zusammenhang mit dem Herbizid Roundup™ adressieren soll. Der jüngste Widerstand zeigt nun, wie fragil dieser Prozess noch ist.

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Hohe Rückstellungen, Cashflow unter Druck

Finanziell hat Bayer das Thema bereits tief in den Büchern verankert. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten wurden auf 11,8 Mrd. Euro erhöht, davon entfallen 9,6 Mrd. Euro auf den Glyphosat-Komplex. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern Auszahlungen von rund 5 Mrd. Euro – und rechnet deshalb 2026 mit einem negativen freien Cashflow.

Um die umfangreichen Vereinbarungen in der Berichterstattung sauber abzubilden, verschob Bayer die ursprünglich für Ende Februar geplante Bilanz-Pressekonferenz auf den 4. März 2026. Die Finanzierung der Vergleichszahlungen soll über eine Kreditlinie sowie Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente erfolgen – ausdrücklich ohne Kapitalerhöhung.

Am Aktienmarkt wirkt das Papier kurzfristig dennoch eher ausgebremst: Mit 41,97 Euro liegt der Kurs zwar heute leicht im Plus (+0,24%), in den letzten 30 Tagen aber im Minus (-6,70%).

Was in den nächsten Tagen zählt

Entscheidend ist nun, ob das zuständige US-Gericht dem Antrag auf Verzögerung folgt und wie sich das auf den gesamten Vergleichsprozess auswirkt. Spätestens am 4. März dürften zudem die Details rund um Bilanz, Rückstellungen und die erwarteten Cashflow-Effekte nochmals stärker in den Fokus rücken – genau dort, wo Anleger bei Bayer aktuell besonders genau hinschauen.

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