Bayer steht vor einer potenziellen Zäsur in der jahrelangen Rechtsunsicherheit. Der US Supreme Court hat entschieden, den Glyphosat-Fall "Durnell" zur Prüfung anzunehmen – ein Schritt, der über das Schicksal von rund 65.000 offenen Klagen entscheiden könnte. Für den Leverkusener Konzern geht es um die zentrale Frage: Schützt die Einhaltung von US-Bundesrecht vor Klagen auf Ebene der Einzelstaaten?

Das Wichtigste in Kürze:
* Wegweisend: Supreme Court prüft, ob Bundesrecht (EPA) Klagen nach Landesrecht ausschließt.
* Zeitrahmen: Ein Urteil wird bis Juni 2026 erwartet.
* Kurssprung: Die Aktie notiert mit 45,27 Euro nahe dem 52-Wochen-Hoch.
* Operativ: Neue Zulassungen in der Pharma-Sparte stützen den Kurs.

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Alles blickt auf Washington

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 16. Januar, den Fall anzunehmen, ist der juristische Hebel, auf den das Management seit der Monsanto-Übernahme hingearbeitet hat. Im Kern prüft das Gericht das Argument der sogenannten "Preemption": Kann ein Unternehmen nach Gesetzen eines US-Bundesstaates verklagt werden, weil es nicht vor Krebsrisiken gewarnt hat, obwohl die zuständige Bundesbehörde EPA Glyphosat als nicht krebserregend einstuft und Warnhinweise sogar untersagt?

Der Solicitor General, D. John Sauer, hatte diesen Schritt bereits im Dezember 2025 empfohlen. Sollte das Gericht der Argumentation folgen, würde dies den Großteil der verbleibenden Roundup-Klagen die rechtliche Grundlage entziehen. Bisher hat Bayer bereits rund 10 Milliarden US-Dollar für Vergleiche aufgewendet. Ein Sieg in Washington würde das milliardenschwere Restrisiko massiv reduzieren.

Operative Stärke im Hintergrund

Während die Augen auf die Gerichtssäle gerichtet sind, liefert das Kerngeschäft positive Signale. Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference präsentierte Bayer Fortschritte in der Pharma-Pipeline. Allein 2025 sicherte sich der Konzern fünf wichtige weltweite Zulassungen.

Besonders im Fokus steht das Krebsmedikament Sevabertinib, das in den USA und China den begehrten "Breakthrough Therapy Status" erhielt. Auch der Blockbuster Eylea (8 mg) konnte mit einer weiteren EU-Zulassung für eine dritte Netzhautindikation punkten. Mit über 31 Projekten in der klinischen Entwicklung zeigt Bayer, dass die Wachstumsstory jenseits der Agrarchemie intakt ist.

Starke Rallye an der Börse

Die Kombination aus juristischer Hoffnung und operativen Fortschritten spiegelt sich deutlich im Kurs wider. Das Papier hat sich auf Sicht von 12 Monaten mit einem Plus von knapp 110 % mehr als verdoppelt und markierte erst gestern bei 46,73 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Auch seit Jahresbeginn steht ein sattes Plus von über 19 % zu Buche.

Trotz der jüngsten Euphorie bleibt die Volatilität mit rund 74 % (annualisiert) hoch, was die Nervosität des Marktes vor der endgültigen Gerichtsentscheidung unterstreicht. Aktuell konsolidiert der Kurs leicht bei 45,27 Euro.

Ausblick: Entscheidung bis zum Sommer

Die Weichen für die mittelfristige Zukunft des Unternehmens werden im ersten Halbjahr 2026 gestellt. Anleger sollten den Zeitraum bis Juni 2026 genau im Blick behalten, wenn das Urteil des Supreme Court erwartet wird. Eine Entscheidung zugunsten von Bayer würde die Bilanz von immensen Rückstellungsrisiken befreien und den Fokus endgültig zurück auf das operative Geschäft lenken. Bis dahin dürfte der Newsflow aus Washington der primäre Kurstreiber bleiben.

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