Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung im Glyphosat-Streit war offenbar verfrüht. Nach dem milliardenschweren Vergleichsvorschlag von Anfang dieser Woche gerät die Bayer-Aktie bereits wieder unter Druck. Am Freitag sackte der Titel um 4,2 Prozent ab und durchbrach dabei eine wichtige Unterstützungslinie nach unten.

Was war passiert? Die Ratingagentur Fitch dämpfte die Euphorie der Investoren und senkte den Ausblick für Bayer von "stabil" auf "negativ". Zwar bestätigte die Agentur die Bonitätsnote "BBB", doch die Begründung hat es in sich: Der vorgeschlagene 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen sei mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Trump-Regierung sorgt für politischen Wirbel

Während Bayer noch auf die Zustimmung der Gerichte zum Vergleich wartet, eskaliert die Situation in den USA auf unerwartete Weise. Präsident Donald Trump erließ am Mittwoch eine Verfügung, die Glyphosat als "entscheidend für die nationale Sicherheit und Verteidigung, einschließlich der Lebensmittelversorgung" einstuft. Die Anordnung ruft den Defense Production Act auf, um die inländische Produktion von Phosphor und Glyphosat sicherzustellen.

Der Schritt erfolgte nur einen Tag nach Bayers Vergleichsvorschlag und dürfte kein Zufall sein. Das Unternehmen hatte im August 2025 erklärt, die US-Produktion möglicherweise einstellen zu müssen, sollten keine regulatorischen Änderungen erfolgen. Bayer ist der einzige verbliebene Glyphosat-Hersteller in den USA – große Mengen werden derzeit aus China importiert.

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Make America Healthy Again dreht Trump den Rücken

Die Executive Order könnte Trump politisch teuer zu stehen kommen. Aktivisten der Make America Healthy Again-Bewegung, die maßgeblich zu seinem Wahlsieg 2024 beigetragen haben, zeigen sich empört. "Ich sehe keine große Hoffnung mehr, die MAHA-Wählerschaft nach dieser Anordnung zu bewahren", erklärte Kelly Ryerson von American Regeneration.

Auch Dave Murphy, ehemaliger Finanzchef von Robert F. Kennedy Jr.s Präsidentschaftskampagne, sprach von einem "strategischen Fehler", der zur Wahlschlappe führen könnte. Die Aktivisten fluten soziale Medien mit Posts und Bildern, die den Text tragen: "Wir stimmen nicht zu, vergiftet zu werden." Eine von Moms Across America gestartete Petition fordert Trump auf, die Anordnung zurückzunehmen.

Besonders pikant: Selbst Gesundheitsminister Kennedy, langjähriger Glyphosat-Kritiker, der das Herbizid noch 2024 als "einen der wahrscheinlichen Verursacher der chronischen Krankheitsepidemie Amerikas" bezeichnete, verteidigte nun die Anordnung mit Verweis auf die nationale Sicherheit.

Für Bayer bleibt die Lage angespannt. Die politische Unterstützung aus Washington mag kurzfristig helfen, doch die Verärgerung der MAHA-Basis und der negative Ausblick von Fitch zeigen: Der Glyphosat-Albtraum ist noch lange nicht vorbei. Mit den Midterm-Wahlen im November steht zudem ein politisches Ereignis an, das die Rahmenbedingungen erneut verändern könnte.

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