Die Bayer-Aktie schießt am Montag um über 8 Prozent nach oben und stoppt erst knapp unter der 45-Euro-Marke. Der Grund: Der Supreme Court der USA hat am Freitagabend entschieden, den sogenannten Durnell-Fall zu prüfen. Worauf Anleger seit Anfang Dezember 2024 gehofft hatten, ist damit eingetreten.

Der Fall könnte Signalwirkung für rund 67.000 weitere Klagen haben, die in der Rückstellung von 6,5 Milliarden Euro im jüngsten Quartalsbericht enthalten sind. Im Kern geht es um die Frage, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen beim Verkauf von Unkrautvernichtern über dem Recht der Bundesstaaten steht. Die US-Umweltbehörde EPA hat wiederholt festgestellt, dass Glyphosat "wahrscheinlich nicht krebserregend für Menschen" ist und Roundup-Etiketten ohne Krebswarnungen genehmigt.

Die Erholung nimmt damit richtig Fahrt auf. Seit Anfang Dezember 2024, als der Generalanwalt der US-Regierung den Prüfungsantrag des Konzerns unterstützte, haben die Papiere bereits um 29 Prozent zugelegt. Damals kletterten die Aktien erstmals seit Anfang 2024 wieder über 35 Euro. Die Bodenbildung nach dem jahrelangen Kursrutsch wird immer stabiler.

Analysten heben Kursziele deutlich an

Die Reaktionen der Experten fallen überwiegend optimistisch aus. Sachin Jain von der Bank of America erhöht sein Kursziel prompt um 20 Euro auf 55 Euro. Die Wahrscheinlichkeit einer für Leverkusen günstigen Entscheidung werde bei Experten mit 70 Prozent eingeschätzt. Es sei ein bedeutender Schritt nach vorne in der Klärung der Glyphosat-Causa, so Jain.

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Etwas zurückhaltender äußert sich Matthew Weston von der UBS. Die Annahme durch den Supreme Court sei sehr wahrscheinlich gewesen, wie die jüngste Erholungsrally belege. Auch mit einer positiven Entscheidung der obersten Richter wäre die Glyphosat-Akte noch nicht geschlossen. Weston rechnet jedoch damit, dass vor dem Richterspruch im Juni Vergleiche Fahrt aufnehmen könnten.

Was steht auf dem Spiel?

Der Durnell-Fall geht auf ein Urteil einer Jury in Missouri vom Oktober 2023 zurück. Damals wurde Monsanto zu 1,25 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt, weil das Unternehmen Verbraucher nicht vor angeblichen Krebsrisiken durch Roundup gewarnt hatte. Ein Berufungsgericht in Missouri bestätigte das Urteil 2025.

Die Glyphosat-Problematik belastet den Konzern seit der Übernahme von Monsanto 2018. Die Rechtsstreitigkeiten wegen angeblicher Krebsrisiken haben bereits viele Milliarden Euro verschlungen und den Aktienkurs massiv unter Druck gesetzt. Mehr als 100.000 Fälle wurden bereits beigelegt oder gelöst.

Der Pharma- und Agrarchemieriese wird seine Eröffnungsschrift Anfang März einreichen. Mündliche Verhandlungen werden für April erwartet. Mit einer finalen Entscheidung rechnen Beobachter bis Ende Juni, wenn die Amtszeit des Supreme Court endet.

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