Bayer Aktie: Richtungsentscheid naht
Am Freitag verdichten sich die Weichenstellungen für Bayer. Ein US-Gericht billigte den milliardenschweren Glyphosat-Sammelvergleich vorläufig – während der Leverkusener Konzern zeitgleich seine Jahreszahlen vorlegte und einen Free-Cashflow-Verlust ankündigte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die jahrelangen Rechtskämpfe tatsächlich enden.
Vorläufiges Ja zum 7,25-Milliarden-Vergleich
Der zuständige US-Richter stimmte Bayers Vorschlag zu, rund 65.000 Klagen mit einem Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar beizulegen. Die Summe soll über bis zu 21 Jahre finanziert werden. Kläger haben nun 90 Tage Zeit – bis zum 4. Juni – um zu entscheiden, ob sie teilnehmen oder sich abmelden.
Hier liegt die entscheidende Hürde: CEO Anderson betonte, dass die Beteiligung „sehr nahe" an 100 Prozent liegen muss. Bayer behält sich vor, den Vergleich zu kippen, falls zu viele Kläger aussteigen. Parallel wartet der Konzern auf die Entscheidung des Supreme Court, der am 27. April in einer Berufungssache verhandelt. Ein Urteil zugunsten Bayers könnte einen Großteil der verbleibenden Klagen entkräften – eine negative Entscheidung würde das Prozessrisiko neu entfachen.
Zahlen solide, Verschuldung steigt
Das Geschäftsjahr 2025 schloss Bayer mit einem Umsatz von 45,6 Milliarden Euro (währungsbereinigt plus 1,1 Prozent) und einem bereinigten EBITDA von 9,7 Milliarden Euro leicht über den Analystenschätzungen ab. Unter dem Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro – belastet durch hohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten.
Crop Science legte währungsbereinigt um 1,1 Prozent zu. Treiber war das Mais-Geschäft mit einem Plus von 13,2 Prozent, auch dank einer Lizenzvereinbarung mit Corteva. Gegenläufig entwickelte sich das Soja- und Baumwollsegment, belastet durch den Widerruf der Dicamba-Zulassung in den USA.
2026: Geldverbrennung eingeplant
Für das laufende Jahr rechnet Bayer mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro. Der Free Cashflow soll negativ ausfallen – minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro. Grund sind Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch von knapp 30 Milliarden auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen.
Gegengewicht soll das Kostenprogramm „Dynamic Shared Ownership" bieten, das Einsparungen von 2 Milliarden Euro vorsieht. Bayer strebt bis 2029 eine jährliche EBITDA-Margenverbesserung von 100 bis 150 Basispunkten an.
Entscheidung im zweiten Quartal
Zwei Termine dürften den weiteren Kursverlauf maßgeblich prägen: der 4. Juni als Frist für die Vergleichsbeteiligung und die erwartete Supreme-Court-Entscheidung in der zweiten Junihälfte. Fällt beides positiv aus, könnte Bayer das Glyphosat-Kapitel endgültig schließen. Im gegenteiligen Fall droht eine erneute Prozesswelle.
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