Bayer Aktie: Plan korrigiert?
Ein Richter gibt Bayer im Glyphosat-Streit einen wichtigen Etappensieg – doch an der Börse zählt gerade etwas anderes: der Blick nach vorn. Denn der Konzern stellt für 2026 einen deutlich negativen freien Cashflow in Aussicht. Genau dieser Spagat zwischen Rechtsfortschritt und Finanzbelastung drückt auf die Stimmung.
Heute notiert die Aktie bei 36,44 Euro und damit 3,09% im Minus. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 12,73% zu Buche.
Roundup: Vergleich vorläufig gebilligt – aber nicht final
Ein US-Richter hat einem Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar vorläufig zugestimmt. Er soll aktuelle und künftige Ansprüche rund um Roundup (Glyphosat) abdecken und kann bis zu 21 Jahre laufen. Gleichzeitig bleibt die Dimension des Themas groß: Rund 65.000 Klagen sind weiterhin anhängig.
Entscheidend: Der Deal ist noch nicht „durch“. Mitglieder der Sammelklage können aussteigen. Zudem kann Bayer die Vereinbarung kündigen, falls die Beteiligung zu niedrig ausfällt. Konzernchef Bill Anderson macht dabei die Messlatte hoch – die Zustimmungsquote müsse „sehr nah“ an 100% liegen.
Parallel dazu steht ein zweites Verfahren im Raum, das Investoren genau verfolgen dürften: Der US Supreme Court will sich mit Bayers Berufung gegen ein Roundup-Urteil befassen. Am 27. April sind mündliche Argumente geplant, eine Entscheidung wird in der zweiten Junihälfte erwartet. Es geht um die Frage, ob Ansprüche wegen fehlender Warnhinweise durch Bundesrecht ausgeschlossen sind.
Jahreszahlen 2025: Cashflow sinkt, Schuldenstand verbessert sich
Für 2025 meldete Bayer einen Umsatz von 45,575 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA vor Sonderposten lag bei 9,669 Milliarden Euro. Unterm Strich stand allerdings ein Nettoverlust von 3,620 Milliarden Euro – laut Unternehmen vor allem wegen hoher Sonderaufwendungen aus Rechtsstreitigkeiten.
Beim Cashflow zeigt sich der Druck ebenfalls: Der freie Cashflow sank um 32,9% auf 2,084 Milliarden Euro. Positiv aus Konzernsicht: Die Nettofinanzverschuldung ging zum Jahresende 2025 auf 29,843 Milliarden Euro zurück (−8,5% gegenüber Ende 2024), gestützt durch operative Mittelzuflüsse und Währungseffekte.
Ausblick 2026: Warum der Markt nervös bleibt
Operativ rechnet Bayer für 2026 mit einer insgesamt „in etwa stabilen“ Entwicklung: Beiträge aus Crop Science und Consumer Health sollen ein schwächeres Pharma-Ergebnis ausgleichen. Der Knackpunkt liegt jedoch beim Geldabfluss.
Für 2026 erwartet Bayer einen freien Cashflow von minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 5 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Glyphosat-Vergleich. In der Folge soll die Nettofinanzverschuldung bis Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen.
Kein Wunder also, dass Anleger hier zurückhaltend bleiben: Selbst wenn der Vergleich juristisch vorankommt, belastet er kurzfristig die Finanzkennzahlen spürbar. Zusätzliche Bremsfaktoren nennt Bayer durch generische Konkurrenz für einen Blockbuster-Blutverdünner sowie die anhaltende Unsicherheit rund um die US- Roundup-Klagen.
Als Spiegel dieser Skepsis wirkt auch die technische Lage: Der Kurs liegt klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 42,80 Euro (−14,87%), der RSI (14 Tage) notiert bei 19,6.
Im Kalender sind zwei Termine besonders greifbar: Am 24. April 2026 steht die Hauptversammlung an (Dividendenvorschlag: 0,11 Euro je Aktie). Und in der zweiten Junihälfte wird die Entscheidung des Supreme Court erwartet – während Bayer für 2026 bereits einen klar negativen Cashflow-Korridor kommuniziert hat.
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