Bayer Aktie: Risiko lauert!
Anfang März kommt Bewegung in den größten juristischen Streitfall der Bayer-Geschichte: Ein US-Gericht billigte vorläufig den milliardenschweren Roundup-Sammelvergleich. Gleichzeitig zeigen die Geschäftszahlen für 2025, wie stark die Rechtslasten den Konzern belasten. Die Nettofinanzverschuldung wird 2026 weiter steigen.
Gericht stimmt 7,25-Milliarden-Dollar-Deal zu
Das zuständige Gericht im US-Bundesstaat Missouri erteilte am 5. März die vorläufige Genehmigung für den Sammelvergleich. Über bis zu 21 Jahre will die Bayer-Tochter Monsanto maximal 7,25 Milliarden US-Dollar zahlen. Der Vergleich erfasst Kläger, die vor dem 17. Februar 2026 dem Herbizid Roundup ausgesetzt waren und an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt sind oder innerhalb von 16 Jahren nach endgültiger Genehmigung erkranken werden.
Mögliche Teilnehmer haben nun 90 Tage Zeit, die Vereinbarung abzulehnen oder Einwände vorzubringen. Bayer-Chef Bill Anderson hatte bereits im Februar betont: Im Grunde müssen fast alle Kläger zustimmen, damit der Vergleich funktioniert. Viele dürften jedoch die Entscheidung des US-Supreme-Courts abwarten, die im Juni fallen könnte. Die Richter müssen klären, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen über dem Recht einzelner Bundesstaaten steht.
Verlust auf 3,6 Milliarden Euro ausgeweitet
Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten drückten Bayer 2025 tiefer in die roten Zahlen. Der Nettoverlust wuchs um gut eine Milliarde Euro auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz sank um 2,2 Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, während das bereinigte EBITDA um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro zurückging.
Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten steigen von 7,8 Milliarden Euro Ende September 2025 auf 11,8 Milliarden Euro. Darin enthalten sind 9,6 Milliarden Euro allein für Glyphosat-Klagen. Für 2026 rechnet der Konzern mit Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro für Vergleiche. Der freie Cashflow wird negativ ausfallen: minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro.
Die Nettofinanzverschuldung dürfte bis Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro klettern, nachdem sie sich 2025 auf 29,8 Milliarden Euro verbessert hatte. Eine Kreditlinie über 8 Milliarden US-Dollar sichert die unmittelbare Finanzierung ab. Die endgültige Finanzierung soll über Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente erfolgen – eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant.
Pipeline-Hoffnungen ruhen auf Gadoquatrane
Parallel präsentierte Bayer auf dem Europäischen Radiologiekongress in Wien neue Phase-III-Daten zu Gadoquatrane. Das niedrigdosierte MRT-Kontrastmittel kommt mit 60 Prozent weniger Gadolinium aus als herkömmliche Präparate. Zulassungsanträge laufen bereits in den USA, der EU, Japan und China. Weitere Märkte sollen folgen.
Für 2026 stellt Finanzvorstand Wolfgang Nickl einen währungsbereinigten Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro in Aussicht. Höhere Beiträge aus der Agrarsparte und dem Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten sollen schwächere Pharma-Erlöse kompensieren.
Der Ausgang des Sammelvergleichs und die mögliche Supreme-Court-Entscheidung im Sommer werden darüber entscheiden, ob Bayer die juristischen Altlasten aus der Monsanto-Übernahme 2018 strukturell hinter sich lassen kann. Die vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro je Aktie soll auf der Hauptversammlung am 24. April zur Abstimmung kommen.
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