Der Ludwigshafener Chemiekonzern trennt sich von 4.400 Wohnungen seiner Tochter BASF Wohnen + Bauen. Bis Anfang 2027 soll der Großteil des Immobilienportfolios neue Eigentümer finden – ein klarer Schritt zur Bilanzstärkung in schwierigen Zeiten.

Die Aufteilung erfolgt gestaffelt: 1.100 Eigentumswohnungen gehen an Einzelkäufer, während ein Paket von 3.300 Wohnungen komplett an einen Investor verkauft werden soll. Der Konzern sucht dabei explizit nach Käufern mit Interesse an einer langfristigen, nachhaltigen Investition. Ein Teil des Bestands am Stammwerk bleibt im Eigentum. Die übrigen Objekte verteilen sich hauptsächlich über Ludwigshafen, mit kleineren Beständen in Frankenthal und Mannheim.

Fokus aufs Kerngeschäft

Helmut Winterling, President Europäische Verbundstandorte bei BASF, bezeichnet die Entscheidung als schwierig, aber notwendig. Der Hintergrund ist klar: BASF will sich stärker auf das Chemiegeschäft konzentrieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Stammwerks ausbauen. Das Marktumfeld bleibt seit längerem angespannt – die Branche kämpft mit hohen Energiepreisen, Konjunkturflaute, US-Zöllen und Überkapazitäten am Weltmarkt.

Die Industriegewerkschaft IGBCE reagiert kritisch auf den Schritt. Der Bezirk Ludwigshafen spricht vom Verkauf des Tafelsilbers und bemängelt, dass Immobilienwerte ohne Not veräußert und die Bindung von Menschen zum Unternehmen aufgegeben werde.

Tarifgespräche laufen parallel

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Während BASF an der Portfoliobereinigung arbeitet, laufen in Wiesbaden die Tarifverhandlungen für 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie. Die IG BCE fordert Jobsicherheit und Kaufkraftsteigerung über der Inflationsrate – ein Paket, bei dem laut Verhandlungsführer Oliver Heinrich zwar bei der Jobsicherung Fortschritte erzielt wurden, beim Entgelt aber nur Schneckentempo herrsche. Die Reallöhne lägen bis heute fünf Prozent unter dem Niveau von 2018.

Die Arbeitgeber pochen dagegen auf Zurückhaltung. BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk verweist darauf, dass die Branche heute 20 Prozent weniger produziere als 2018, aber deutlich höhere Tariflöhne zahle. Während die Pharmasparte 2025 kräftig wuchs und investiert, steckt die klassische Chemie in der Dauerflaute. Konzerne wie BASF und Evonik haben Sparprogramme samt Stellenabbau verkündet.

Aktienrückkäufe gehen weiter

Parallel zum Immobilienverkauf setzt BASF sein Aktienrückkaufprogramm fort. Vom 16. bis 20. Februar wurden 1.252.386 eigene Aktien zu Kursen zwischen 48,77 und 50,60 Euro erworben. Seit Programmstart am 3. November 2025 hat der Konzern damit insgesamt 13.346.903 eigene Aktien zurückgekauft. Der Rückkauf erfolgt über eine beauftragte Bank im Xetra-Handel sowie weitere Handelssysteme.

Die Kombination aus Immobilienverkauf und fortgesetzten Aktienrückkäufen zeigt die Doppelstrategie: Bilanz stärken und gleichzeitig Aktionäre bedienen. Ob das ausreicht, um das strukturelle Dilemma der deutschen Chemieindustrie zu lösen, bleibt offen.

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