Ams Osram feiert 120 Jahre OSRAM – doch die Geburtstagskerzen brennen in unruhigen Zeiten. Während das Unternehmen auf der Light + Building in Frankfurt seine technologische Innovationskraft demonstriert, läuft im Hintergrund ein radikaler Konzernumbau: Milliarden-Verkäufe, 2.000 Stellen weniger und ein aggressives Sparprogramm. Kann die Neuausrichtung zum Photonik-Spezialisten gelingen?

Messe-Auftritt mit Innovation im Gepäck

Vom 8. bis 13. März präsentiert sich Ams Osram auf der Light + Building in Frankfurt. Im Zentrum steht die EVIYOS™ Shape-Technologie – ein hochpixeliges micro-LED-Chiparray mit 25.600 einzeln ansteuerbaren Pixeln für dynamische Projektionen in sicherheitskritischen Anwendungen. Parallel stellt das Unternehmen eine Papierrolle als Transportlösung für LED-Komponenten vor, die den CO₂-Fußabdruck um 80 Prozent senken und ein Drittel leichter sein soll als bisherige Kunststofflösungen.

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670 Millionen Euro durch Portfoliobereinigung

Die Innovationsschau überdeckt nicht die tiefgreifende Restrukturierung. Anfang Februar verkaufte Ams Osram sein nicht-optisches Sensorgeschäft für 570 Millionen Euro an Infineon. Der veräußerte Bereich erwirtschaftete 2025 rund 220 Millionen Euro Umsatz und 60 Millionen Euro bereinigtes EBITDA. Zusammen mit dem im Juli 2025 vereinbarten Verkauf des Lampengeschäfts an Ushio für 100 Millionen Euro fließen dem Konzern insgesamt 670 Millionen Euro zu. Die Verschuldungsquote soll dadurch von 3,3 auf 2,5 sinken.

Sparprogramm trifft Deutschland hart

Das neue Programm „Simplify" zielt auf zusätzliche Einsparungen von 200 Millionen Euro bis 2028 – verbunden mit dem Abbau von 2.000 Stellen, etwa die Hälfte davon in Europa. Besonders betroffen ist Regensburg mit einer niedrigen bis mittleren dreistelligen Zahl an Kürzungen im Halbleiterbereich. In Herbrechtingen fallen rund 250 Stellen weg, weitere Reduzierungen erfolgen in Schwabmünchen.

Zahlen und Ausblick

Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit 3,32 Milliarden Euro Umsatz (minus 3 Prozent) bei einer verbesserten bereinigten EBITDA-Marge von 18,3 Prozent. Der Free Cash Flow erreichte 144 Millionen Euro. Für das erste Quartal 2026 erwartet das Management 760 Millionen Euro Erlöse bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 15 Prozent. Bis 2030 strebt Ams Osram im Halbleitergeschäft eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent an, konzernweit soll der Free Cash Flow über 200 Millionen Euro liegen.

Der Spagat zwischen Jubiläumsfeier und hartem Sanierungskurs zeigt die Zerrissenheit des Konzerns. Die Design-Wins von über 5 Milliarden Euro signalisieren technologisches Potenzial – ob die ambitionierten Margenziele 2030 erreicht werden, hängt maßgeblich vom Erfolg des Portfolioumbaus ab.

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