Amazon baut sein Robotik-Portfolio in rasantem Tempo aus — und steht gleichzeitig vor einer ungelösten Rechtsfrage, die das Kerngeschäft berühren könnte. Zwei Übernahmen innerhalb weniger Tage, ein Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang und ein Investitionsbudget, das Anleger aufhorchen lässt: Bei Amazon verdichten sich gerade mehrere Entwicklungen gleichzeitig.

Zwei Übernahmen, eine neue Richtung

Mit der Akquisition von Fauna Robotics, einem New Yorker Startup mit 50 Mitarbeitern, setzt Amazon auf humanoide Roboter für den Alltagseinsatz. Das Flaggschiffprodukt „Sprout" — ein 1,07 Meter großer, zweibeiniger Roboter für Wohn- und Schulräume — soll künftig in die Personal Robotics Group integriert werden.

Bereits zuvor, am 19. März 2026, hatte Amazon RIVR übernommen. Das Spin-off der ETH Zürich entwickelte einen vierbeinigen Roboter, der Treppen steigen und bis zu 27 Kilogramm transportieren kann — konzipiert für die letzte Meile der Paketzustellung. Die Stoßrichtung ist klar: weg von reiner Lagerautomatisierung, hin zu Lösungen, die direkt beim Kunden ankommen.

Rechtsstreit bremst KI-Ambitionen

Parallel dazu läuft ein Rechtsstreit mit dem KI-Startup Perplexity, der grundsätzliche Fragen zum Thema „Agentic Commerce" aufwirft. Amazon hatte zunächst eine einstweilige Verfügung erwirkt, die Perplexitys Browser „Comet" vom Zugriff auf passwortgeschützte Bereiche des Onlineshops ausschloss. Am 16. März hob das 9th U.S. Circuit Court of Appeals diese Verfügung jedoch vorläufig auf — Perplexity darf seinen Dienst vorerst weiter betreiben.

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Im Kern geht es darum, ob KI-Agenten im Auftrag von Nutzern eigenständig Einkäufe tätigen dürfen, ohne dabei die üblichen Werbestrukturen zu durchlaufen. Amazon sieht darin einen Verstoß gegen US-amerikanische Anti-Hacking-Gesetze. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

200 Milliarden Dollar — und die Frage nach der Rendite

Was Anleger zuletzt stärker beschäftigte als die Robotik-Deals, ist das schiere Ausmaß der geplanten Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2026 hat das Management ein Kapitalausgabenbudget von 200 Milliarden US-Dollar angekündigt — nach 131,8 Milliarden im Vorjahr. Der Löwenanteil fließt in AWS-Infrastruktur, darunter eigene „Trainium"-KI-Chips und den Ausbau des Satellitennetzwerks „Amazon Leo".

Die Aktie rutschte zuletzt unter die Marke von 200 US-Dollar — ein Niveau, das Anleger als psychologisch bedeutsam werten. Trotzdem bleibt die institutionelle Stimmung überwiegend positiv: Analysten sehen im Konsens ein durchschnittliches Kursziel von 286,66 US-Dollar und stufen die Aktie mehrheitlich als Kauf ein.

Quartalszahlen am 23. April

Der nächste konkrete Prüfstein ist der Quartalsbericht für Q1 2026, der für den 23. April angesetzt ist. Amazon hat für das erste Quartal einen Umsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf AWS: Das Cloud-Segment wuchs zuletzt um 24 Prozent im Jahresvergleich — und gilt als wichtigster Hebel, um die enormen Investitionskosten zu rechtfertigen.

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