Amazon bekommt gerade zwei Seiten derselben Medaille zu spüren: Wie verwundbar globale Cloud-Infrastruktur in geopolitisch unruhigen Zeiten ist – und wie teuer der Wettlauf um Künstliche Intelligenz wird. Ein Vorfall in einem AWS-Rechenzentrum im Nahen Osten legt Dienste lahm. Gleichzeitig schiebt der Konzern Milliarden in neue KI-Kapazitäten und Partnerschaften.

Angriff trifft AWS-Regionen

In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden laut Bericht nicht identifizierte Objekte auf ein AWS-Rechenzentrum abgefeuert. Das löste ein Feuer aus und führte zu einer vollständigen Abschaltung der Stromversorgung. Betroffen war die Region ME-CENTRAL-1: In zwei „Availability Zones“ fiel der Strom aus.

Die Störung blieb nicht lokal. Sie schwappte bis in die Bahrain-Region über. Dort kam es zu massiven Fehlern und Verzögerungen bei zentralen Cloud-Diensten wie EC2, S3, DynamoDB und RDS. Die Wiederherstellung von Gebäuden, Strom- und Kühlsystemen dürfte mindestens einen Tag dauern. Analysten des Council on Foreign Relations werten den Vorfall als Zäsur: Er zeige, wie sich das Risikoprofil bei globaler Cloud-Abhängigkeit verändern kann – bis hin zu Szenarien, in denen Standorte durch militärische Aktionen ausfallen. In der Region meldeten anschließend auch lokale Institutionen wie die Abu Dhabi Commercial Bank technische Probleme auf ihren digitalen Plattformen.

Milliardenoffensive in KI – mit OpenAI und Europa

Parallel zu den operativen Problemen treibt Amazon den Ausbau seiner KI-Infrastruktur aggressiv voran. Der Konzern kündigte eine Investition von 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI an. Das geschieht im Rahmen einer Finanzierungsrunde, die OpenAI mit 840 Milliarden US-Dollar bewertet. 15 Milliarden US-Dollar sollen sofort fließen, die restlichen 35 Milliarden später.

Der Deal hat einen klaren Infrastruktur-Kern: OpenAI verlängert im Gegenzug seinen AWS-Cloudvertrag um 100 Milliarden US-Dollar über acht Jahre. Zudem verpflichtet sich OpenAI zur Nutzung von zwei Gigawatt an AWS-Trainium-Chips. AWS wird damit zum exklusiven Drittanbieter-Cloud-Distributor für OpenAIs „Frontier“-Plattform. Was steckt dahinter? Vor allem Planbarkeit: Wer KI im großen Stil betreibt, braucht langfristig gesicherte Rechenkapazitäten, Energie und Chips – und genau das zementiert diese Vereinbarung.

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Auch in Europa legt Amazon nach: Heute (02. März 2026) meldete das Unternehmen zusätzliche 18 Milliarden Euro für Rechenzentren und KI in Spanien. Damit steigt die Infrastruktur-Zusage dort auf 33,7 Milliarden Euro. Laut Mitteilung soll die Expansion bis 2035 bis zu 30.000 Jobs unterstützen.

Teure Expansion belastet die Finanzkennzahlen

So beeindruckend die Summen sind: Sie kommen nicht ohne Nebenwirkungen. Bereits im Februar 2026 waren die Aktien laut Bericht um 12% gefallen, weil der Markt die steigenden Infrastruktur-Ausgaben kritisch einpreiste. Für 2026 plant Amazon demnach 200 Milliarden US-Dollar an Investitionen – vor allem in Rechenzentren und Computing-Chips.

Die Folge zeigt sich direkt im Cashflow-Ausblick: Der Free Cashflow soll 2026 auf minus 524,2 Millionen US-Dollar rutschen, nachdem er 2025 noch plus 7,7 Milliarden US-Dollar betragen hatte. Zudem sank die Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) im vierten Quartal auf 12,4%, nach 14,8% zwei Quartale zuvor. Unterm Strich: Wachstum durch Infrastruktur, aber mit spürbarem Druck auf kurzfristige Effizienzkennzahlen.

Zum Wochenstart zeigt sich die Aktie zwar leicht fester, doch der Blick auf die letzten Wochen bleibt verhalten: Auf 30 Tage steht ein Minus von 11,71%.

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