Amazon Aktie: Krieg trifft AWS
Der Nahe Osten sorgt bei Amazon für handfeste operative Probleme. Drohnenangriffe im Rahmen des US-israelischen Militärkonflikts mit dem Iran haben die AWS-Infrastruktur in Bahrain bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen getroffen – und die Schäden zwingen das Unternehmen, Kunden aktiv in andere Regionen umzuleiten.
Anfang März hatten Stromausfälle in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten erste AWS-Einrichtungen lahmgelegt. Nun folgte am Montag der nächste Vorfall: Die Bahrain-Region fiel erneut aus. Amazon bestätigte die Störung und empfahl Kunden mit betroffenen Workloads, auf alternative Standorte auszuweichen. Konkrete Angaben zum Schadensumfang oder zur Dauer des Ausfalls blieb das Unternehmen schuldig.
AWS ist nicht irgendein Geschäftsbereich – es ist der mit Abstand profitabelste Teil des Konzerns und das Rückgrat für zahlreiche Großunternehmen und Behörden weltweit. Anhaltende Ausfälle in einer Region sind operativ schmerzhaft, auch wenn sie geografisch begrenzt bleiben.
Gegengewicht: KI-Boom soll AWS antreiben
Während der Nahe Osten für Störfeuer sorgt, richten sich die Blicke der Investoren längst auf ein anderes Kapitel. Die Investmentbank Barclays erwartet, dass das AWS-Wachstum im dritten Quartal 2026 auf rund 34 Prozent steigen wird – deutlich über dem Marktkonsens. Treiber ist die steigende Nachfrage nach sogenannten agentischen KI-Anwendungen, also autonomen Systemen, die selbstständig Aufgaben ausführen.
Besonders ins Gewicht fällt eine langfristige Vereinbarung mit OpenAI, die Barclays auf ein Gesamtvolumen von rund 138 Milliarden Dollar über sieben bis acht Jahre schätzt. Hinzu kommt das rasant wachsende KI-Startup Anthropic, dessen jährlich wiederkehrender Umsatz in frühen 2026 stark zugelegt hat. Barclays rechnet damit, dass Anthropic seine AWS-Ausgaben in diesem Jahr deutlich hochschrauben wird.
Die Zahlen dahinter sind beachtlich: AWS-Erlöse aus dem KI-Bereich könnten bis Ende 2026 auf über 10 Milliarden Dollar steigen und bis 2028 auf bis zu 75 Milliarden Dollar anwachsen. Gleichzeitig plant Amazon, seine Rechenkapazitäten bis 2027 nahezu zu verdoppeln – fast ausschließlich für KI-Workloads.
Indien als nächste Wachstumsfront
Parallel dazu drückt AWS beim Ausbau in Indien aufs Tempo. Laut Medienberichten strebt das Unternehmen dort eine Rechenzentrumskapazität von zwei bis drei Gigawatt an und hat bereits Absichtserklärungen mit sechs bis acht Colocation-Anbietern unterzeichnet – darunter Sify Technologies, Yotta Data Services und NTT Data. Der Fokus liegt auf den Standorten Mumbai und Hyderabad.
Angesichts eines indischen Public-Cloud-Markts, der von 10,9 Milliarden Dollar in 2024 auf geschätzte 30,4 Milliarden Dollar bis 2029 wachsen soll, ist das Timing nachvollziehbar. Bereits im Januar 2025 hatte Amazon eine Investition von 8,3 Milliarden Dollar in die Mumbai-Region angekündigt.
Die Drohnenangriffe auf Bahrain sind ein ernstes Warnsignal für die Verletzlichkeit cloudbasierter Infrastruktur in Krisenregionen. Für die langfristige AWS-Wachstumsgeschichte – getragen von KI-Nachfrage und geografischer Diversifikation – ändert sich strukturell vorerst wenig.
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