Der Öl- und Gaskonzern Shell schlägt angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten massiv Alarm. CEO Wael Sawan warnt vor einer globalen Treibstoffkrise, die sich von Asien ausbreitet und bereits im April Europa erreichen könnte. Gleichzeitig spürt das Unternehmen die physischen Auswirkungen des Konflikts am eigenen Leib: Nach einem Angriff auf Anlagen in Katar musste Shell für wichtige Flüssiggas-Lieferungen Force Majeure anmelden.

Die Ursache für die angespannte Lage liegt in der blockierten Seeschifffahrt durch die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öltransporte fließt. Laut Sawan verlagert sich der Engpass geografisch zunehmend in Richtung Westen. Während Flugzeugtreibstoff bereits knapp wird, dürften Diesel und pünktlich zur sommerlichen Reisesaison auch Benzin folgen. Erste europäische Staaten reagieren bereits auf die Verknappung: Slowenien rationiert Treibstoff, während Spanien ein milliardenschweres Hilfspaket zur Entlastung von Haushalten und Transportunternehmen auflegt.

Direkter Treffer für das LNG-Geschäft

Für Shell ist die Krise nicht nur ein makroökonomisches Phänomen, sondern ein handfestes operatives Problem. Der Konzern hält einen Anteil von 30 Prozent an QatarEnergy LNG und bezieht jährlich 6,8 Millionen Tonnen Flüssiggas aus dem Emirat. Ein Angriff auf die Industrieanlage Ras Laffan am 18. März hat nun schätzungsweise 17 Prozent der katarischen LNG-Exportkapazität zerstört. Die notwendigen Reparaturen werden voraussichtlich drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen und jährlich 12,8 Millionen Tonnen an Produktionskapazität vom Markt nehmen. Infolgedessen sah sich Shell gezwungen, sich bei seinen weltweiten Kunden auf höhere Gewalt (Force Majeure) zu berufen.

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Auch die konzerneigene Pearl-GTL-Anlage in Ras Laffan war von den Angriffen in der vergangenen Woche betroffen. Zwar konnte ein Feuer schnell gelöscht werden und die Belegschaft blieb unverletzt, die Produktion ruht jedoch. Diese operativen Rückschläge treffen auf ein Marktumfeld, in dem die Rohölpreise aus Sorge vor Angebotsausfällen zuletzt um rund 40 Prozent in Richtung 120 US-Dollar pro Barrel nach oben schnellten. Die Shell-Aktie spiegelt diese ambivalente Lage wider und notiert aktuell bei 39,66 Euro, was einem soliden Jahresplus von gut 23 Prozent entspricht.

Zweischneidiges Schwert für Anleger

Für Aktionäre ergibt sich aus der aktuellen Gemengelage ein klares Spannungsfeld. Auf der einen Seite spülen die stark gestiegenen Energiepreise enorme Gewinne in das Upstream-Geschäft von Shell. Dem gegenüber stehen jedoch massive operative Ausfälle bei einer der wichtigsten strategischen Partnerschaften des Konzerns. Da Katar für rund 20 Prozent der weltweiten LNG-Exporte verantwortlich ist, zwingt der Ausfall asiatische und europäische Käufer nun zur teuren Suche nach Alternativen am Spotmarkt, was die Gaspreise in den kommenden Monaten weiter stützen dürfte.

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