Amazon sendet zwei Signale zugleich: operativ läuft das Geschäft weiter solide, doch die geplanten Investitionen für 2026 sind so groß, dass Anleger die Kurzfrist-Rechnung neu aufmachen. Im Zentrum steht weniger die Frage nach Wachstum – sondern nach dem Preis dafür. Wie stark drückt ein CapEx-Sprung auf den freien Cashflow?

CapEx-Pläne drehen die Stimmung

Der Hauptgrund für die jüngste Zurückhaltung ist Amazons Investitionskurs für 2026. Laut Marktberichten will der Konzern seine Kapitalausgaben im Geschäftsjahr 2026 auf rund 200 Mrd. US-Dollar erhöhen. Das liegt deutlich über dem, womit der Markt gerechnet hatte (Konsens: etwa 146,6 Mrd. US-Dollar).

Das meiste Geld soll in KI-Fähigkeiten und den Ausbau der Rechenzentren fließen. Genau hier entsteht die Spannung: Die Projekte stärken die Wettbewerbsposition, belasten aber kurzfristig die Erwartungen an den Free Cashflow. Entsprechend reagierten mehrere große Häuser am Montag mit Anpassungen – nicht bei der grundsätzlichen Einschätzung, aber bei den Kurszielen: Goldman Sachs senkte von 300 auf 280 US-Dollar, JPMorgan von 265 US-Dollar. Die Begründung: Die Investitionen gelten als notwendig, um Marktanteile im KI-Umfeld zu verteidigen – nur eben mit mehr Kosten in der nächsten Phase.

Chip-Deal soll Lieferketten absichern

Parallel zur Kostendebatte hat AWS am Montag eine strategische Partnerschaft mit STMicroelectronics bestätigt. Es handelt sich um ein mehrjähriges Abkommen, das die Versorgung mit wichtigen Halbleiterkomponenten für die wachsenden Rechenzentrums-Kapazitäten stabilisieren soll.

Teil des Deals sind Optionsrechte (Warrants): Amazon kann damit bis zu 24,8 Mio. Aktien von STMicroelectronics kaufen. Der Ausübungspreis liegt bei 28,38 US-Dollar, die Laufzeit bei sieben Jahren. Für Anleger ist das vor allem ein Signal, wie ernst AWS die Absicherung kritischer Bauteile nimmt – und wie eng CapEx-Plan, Infrastruktur-Ausbau und Lieferkette zusammenhängen.

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Zahlen stark – aber die Kostenseite dominiert

Die aktuelle Diskussion kommt direkt nach den Q4-Zahlen 2025: Amazon meldete 213,39 Mrd. US-Dollar Umsatz (plus 13,6% im Jahresvergleich). AWS blieb dabei ein Treiber und wuchs im Quartal auf 35,58 Mrd. US-Dollar Umsatz – ein Plus von 24%.

Unterm Strich ergibt das ein gemischtes Bild: Das laufende Geschäft liefert Wachstum, doch die Dimension der geplanten Investitionen verschiebt den Blick vieler Investoren auf die nächsten Quartale – weg von Umsatzdynamik, hin zu Cashflow und Finanzierungsspielräumen.

Wichtige Eckdaten auf einen Blick
- Geplante CapEx 2026: ~200 Mrd. US-Dollar (vs. Konsens ~146,6 Mrd. US-Dollar)
- Q4-Umsatz 2025: 213,39 Mrd. US-Dollar (+13,6%)
- AWS-Umsatz Q4: 35,58 Mrd. US-Dollar (+24%)
- Nächster Quartalsbericht: 23. April 2026

Auch am Kursbild lässt sich die Nervosität ablesen: In den vergangenen sieben Tagen liegt die Aktie mit -14,02% deutlich im Minus – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Investitionsrechnung gerade neu bewertet. Klarheit dürfte es vor allem dann geben, wenn Amazon beim nächsten Bericht am 23. April 2026 konkretisiert, wie sich der höhere CapEx-Pfad auf Cashflow-Erwartungen und Prioritäten im KI- und Rechenzentrumsausbau auswirken soll.

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