Amazon Aktie: Der 200-Milliarden-Schock
Rekordumsätze und das stärkste Cloud-Wachstum seit drei Jahren reichen nicht aus: Die Amazon-Aktie geriet nach der jüngsten Quartalsvorlage unter massiven Abgabedruck. Während das operative Geschäft floriert, sorgt eine gigantische Investitionsankündigung für 2026 für Unruhe und weckt Zweifel an der kurzfristigen Cashflow-Entwicklung.
Investitionsplan pulverisiert Prognosen
Verantwortlich für den Kursrutsch waren vor allem die neuen Ausgabenziele des Konzerns. CEO Andy Jassy kündigte für das Jahr 2026 Investitionen (CapEx) in Höhe von rund 200 Milliarden US-Dollar an. Diese Summe liegt laut Marktdaten stolze 36 Prozent über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von knapp 147 Milliarden Dollar.
Im Vergleich zum Vorjahr plant der Tech-Gigant damit eine Ausgabensteigerung von rund 53 Prozent. Jassy begründete diesen aggressiven Kurs mit der hohen Nachfrage nach bestehenden Angeboten sowie „bahnbrechenden Möglichkeiten“ in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Chips, Robotik und Satelliten-Internet.
Cashflow bricht ein
Die kostspielige Strategie hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz. Der Free Cash Flow brach auf Zwölf-Monats-Sicht um 71 Prozent auf 11,19 Milliarden Dollar ein. Obwohl der operative Cashflow stieg, fürchten Investoren, dass die enormen Infrastrukturkosten die Profitabilität längerfristig belasten könnten.
Lichtblick AWS und Werbegeschäft
Dabei lieferte das Kerngeschäft im vierten Quartal 2025 durchaus starke Zahlen. Die Cloud-Sparte AWS wuchs um 24 Prozent auf 35,58 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Laut Jassy war dies das schnellste AWS-Wachstum seit 13 Quartalen. Auch das Werbegeschäft zeigte sich robust: Der Umsatz in diesem Segment kletterte um 23 Prozent auf 21,32 Milliarden Dollar.
Der Konzernumsatz lag mit 213,39 Milliarden Dollar ebenfalls über den Prognosen. Einzig beim Gewinn je Aktie verfehlte Amazon mit 1,95 Dollar knapp die erwarteten 1,97 Dollar. Hier schlugen Einmaleffekte negativ zu Buche, darunter Abfindungszahlungen, Abschreibungen auf physische Läden sowie eine Steuerzahlung in Italien.
Fokus auf KI-Infrastruktur
Das Management sieht die hohen Ausgaben als notwendige Wette auf die Zukunft. Besonders das Geschäft mit eigenen Chips entwickelt sich dynamisch: Die Modelle Trainium und Graviton erzielen mittlerweile eine jährliche Umsatzrate von über zehn Milliarden Dollar. Zudem verwies Amazon auf den riesigen Auftragsbestand bei AWS, der auf 244 Milliarden Dollar angewachsen ist.
Für das laufende erste Quartal 2026 stellt Amazon einen Umsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Anleger dürften in den kommenden Monaten genau beobachten, ob die massiven Kapitalflüsse in die Rechenzentren schnell genug messbare Erträge liefern, um den drastischen Rückgang der freien Barmittel zu rechtfertigen.
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