Oracle zieht alle Register. Der Software-Gigant plant eine der größten Kapitalerhöhungen der Unternehmensgeschichte – zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar sollen in den kommenden Jahren fließen. Die Börse reagierte am Montag euphorisch: Die Aktie schoss um über 9 Prozent nach oben, nachdem die Investmentbank D.A. Davidson ihre Empfehlung von "Neutral" auf "Kaufen" hochstufte.

Das Geld ist für den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren vorgesehen. Nach mehreren Großaufträgen im vergangenen Jahr stand Oracle unter Druck, die Finanzierung zu klären. Analysten von Bernstein sehen durch die Kapitalmaßnahme diese Unsicherheit nun beseitigt – zumindest bis zum Geschäftsjahr 2028.

Aktien, Anleihen und Vorzugsaktien

Die Finanzierung erfolgt über mehrere Wege. Rund die Hälfte des Volumens soll über eine Kombination aus Aktienemissionen und wandelbaren Vorzugsaktien hereinkommen. Ein neues "At-the-Market"-Programm sieht den schrittweisen Verkauf von Aktien im Wert von bis zu 20 Milliarden Dollar vor.

Die andere Hälfte kommt über Unternehmensanleihen. Eine erste Tranche über 25 Milliarden Dollar ist bereits platziert. Bernstein rechnet damit, dass die Zinsbelastung von aktuell rund 1 Milliarde Dollar pro Quartal auf etwa 1,6 Milliarden Dollar ab dem vierten Quartal steigen wird.

Die Verwässerung durch neue Stammaktien und Vorzugsaktien beziffern die Analysten auf etwa 5 Prozent – abhängig vom jeweiligen Aktienkurs bei Ausgabe. Ein Preis, den Oracle offenbar zu zahlen bereit ist.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Kursziel gesenkt, Empfehlung bleibt

Trotz der positiven Grundhaltung reduzierte Bernstein das Kursziel von zuvor höheren Niveaus auf 313 Dollar. Die Anpassung spiegelt die höhere Verschuldung und Aktienzahl wider. Zudem passte die Bank das Bewertungsmultipel an vergleichbare Unternehmen an – ein Zugeständnis an die Debatte über die Sinnhaftigkeit milliardenschwerer Rechenzentren-Investments.

Die "Outperform"-Empfehlung behält Bernstein dennoch bei. Die Analysten setzen darauf, dass Oracle mit dem Cloud- und KI-Geschäft mittelfristig deutlich schneller wachsen wird. Ob sich diese Wette auszahlt, dürfte sich im Laufe des Jahres zeigen – wenn erste Rechenzentren in Betrieb gehen und sich die tatsächliche Profitabilität abzeichnet.

Auch Fragen zur Kundenkonzentration bleiben offen. Sollte Oracle zu stark von einzelnen Großkunden abhängig sein, könnte das Risiko steigen.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 9. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...