Amazon startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Evercore ISI hat den Tech-Konzern zu seinem „Top Large-Cap Internet Pick“ für 2026 gekürt – ausgerechnet nach einem Jahr, in dem die Aktie den breiten Markt klar verfehlt hat. Im Mittelpunkt steht die Frage: Können Cloud-Geschäft und KI-Investitionen den Kurs in diesem Jahr deutlich höher tragen?

Schwaches Börsenjahr, starkes Vertrauen

2025 lief für die Aktie nur mittelmäßig. Während der S&P 500 rund 17 % zulegte, kam Amazon im Jahr nur auf etwa 6 %. Fundamental hat der Konzern allerdings massiv investiert – vor allem in Cloud-Infrastruktur und Künstliche Intelligenz.

Genau hier setzt die optimistische Sicht der Analysten an. Evercore ISI sieht in der Lücke zwischen operativer Entwicklung und Kursverlauf eine attraktive Einstiegschance. Insgesamt bewerten 61 Analysehäuser den Titel per 1. Januar 2026 im Schnitt mit „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 295,50 US‑Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von rund 28 % gegenüber dem jüngsten Schlusskurs von 230,82 US‑Dollar entspricht.

AWS und KI als Kurstreiber

Evercore-Analyst Mark Mahaney hält 2026 für ein Schlüsseljahr. Die zentrale Investmentstory bleibt Amazon Web Services (AWS). Nach einer Phase der Verlangsamung hat das Cloud-Geschäft im dritten Quartal 2025 wieder auf etwa 20 % Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr beschleunigt – ein wichtiger Stimmungsumschwung.

Treiber sind laut Mahaney vor allem:

  • starke Nachfrage nach den eigenen KI-Chips „Trainium“
  • ein stabil laufendes Werbegeschäft
  • die Erwartung, dass höhere Auslastung und KI-Dienste die Profitabilität von AWS weiter verbessern

Auf dieser Basis hält Evercore das durchschnittliche Kursziel von 295 US‑Dollar für erreichbar – mit Aufwärtsspielraum in Richtung des höchsten genannten Analystenziels von 360 US‑Dollar, sollte sich die Dynamik im Cloud-Bereich weiter beschleunigen.

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Milliarden für KI – und harte Kostendisziplin

Strategisch stellt Amazon 2026 klar unter das Thema Künstliche Intelligenz. Der Konzern baut seine Infrastruktur massiv aus, mit geplanten Investitionen von rund 125 Milliarden US‑Dollar – vor allem in Rechenzentren und KI-Fähigkeiten.

CEO Andy Jassy argumentiert, dass die sogenannte „AI-Revolution“ noch am Anfang steht. Rund 85 % der weltweiten IT-Ausgaben liegen demnach weiterhin in klassischen On-Premise-Strukturen. Der daraus entstehende Migrationspfad in die Cloud gilt als langfristiger Wachstumstreiber für AWS und KI-Dienste.

Parallel zur Investitionsoffensive zieht Amazon konsequent die Kostenschraube an. Ende Oktober 2025 kündigte das Unternehmen den Abbau von rund 14.000 Stellen im Konzernbereich an, etwa 4 % der dortigen Belegschaft. Ziel ist es, Verwaltungsaufwand zu senken und freiwerdende Mittel in die kapitalintensiven Infrastrukturprojekte umzulenken. Marktbeobachter sehen darin einen gezielten Schritt, um im Wettbewerb mit Microsoft Azure und Google Cloud finanziell schlagkräftig zu bleiben.

Spekulativ kommt ein weiterer Faktor hinzu: Das Analysehaus The Motley Fool diskutiert die Möglichkeit, dass Berkshire Hathaway 2026 sein Engagement bei Amazon ausbauen könnte. Der Buffett-Konzern hält bereits 10 Millionen Aktien. Mit dem Übergang auf Greg Abel als neuen CEO rückt die Bewertung des Titels stärker in den Blick – Amazon wird aktuell eher am unteren Ende seiner historischen operativen KGV-Spanne eingeordnet.

Ausblick: Zahlen, Technik und Bewertung

In den kommenden Wochen richtet sich der Fokus auf den nächsten Zahlenblock. Der Bericht zum vierten Quartal 2025 wird zwischen Ende Januar und Anfang Februar erwartet, derzeit wird der 4. Februar als wahrscheinlicher Termin genannt. Entscheidend wird sein, ob die hohen Investitionen in KI und Infrastruktur bereits in Form steigender Margen im Cloud-Geschäft sichtbar werden.

Charttechnisch befindet sich die Aktie zum Start ins Jahr 2026 in einer Konsolidierungsphase knapp unter dem jüngsten Hoch. Der Kurs liegt mit 230,82 US‑Dollar nur gering unter dem 52‑Wochen-Hoch von 233,20 US‑Dollar und rund 21 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt – ein Hinweis auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend.

Für die bullische These von Evercore ISI gelten zwei Marken als Orientierung: Ein Ausbruch über die Zone um 258 US‑Dollar würde den Optimismus technisch untermauern. Auf der Unterseite sehen Analysten den Bereich um 218 US‑Dollar – zugleich das niedrigste veröffentlichte Kursziel – als wichtige Unterstützungszone, an der sich zeigt, wie belastbar das neue Vertrauen in Amazons KI- und Cloud-Story wirklich ist.

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