Amazon stellt derzeit die Weichen für das KI-Zeitalter und agiert dabei an zwei Fronten gleichzeitig. Einerseits sammelt der Tech-Konzern über eine historische Anleiheemission knapp 50 Milliarden US-Dollar für seine Infrastruktur ein, andererseits verteidigt er sein lukratives Kerngeschäft vor Gericht gegen neue KI-Konkurrenten. Wie rechtfertigt das Management diese massiven Ausgaben vor den Anlegern?

Historische Anleihe trifft auf Rekordausgaben

Um die enormen Kosten für neue Rechenzentren und Chips zu stemmen, zapft Amazon den Kapitalmarkt in beispiellosem Ausmaß an. Eine aktuelle US-Anleihe spülte 37 Milliarden US-Dollar in die Kassen und traf mit einem Orderbuch von 126 Milliarden US-Dollar auf gewaltiges Investoreninteresse. Parallel bereitet das Unternehmen sein Debüt am Euro-Anleihemarkt mit einem Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro vor.

Diese Mittel sind fest verplant: Allein für das Jahr 2026 rechnet Amazon mit Investitionen (CapEx) in Höhe von rund 200 Milliarden US-Dollar, die primär in die Cloud-Sparte AWS fließen sollen. Marktbeobachter werten die hohe Nachfrage nach den Anleihen als starken Vertrauensbeweis in die Bonität des Unternehmens. Die Investoren honorieren offenbar die Strategie, Kapazitäten für den KI-Boom aufzubauen, auch wenn diese massiven Ausgaben den freien Cashflow zuletzt von 38,2 Milliarden auf 11,2 Milliarden US-Dollar drückten.

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Gericht stoppt KI-Shopping-Bots

Neben der Finanzierung der Zukunft sichert Amazon seine bestehenden Einnahmequellen rechtlich ab. Ein Bundesgericht in San Francisco erließ eine einstweilige Verfügung gegen das KI-Unternehmen Perplexity. Deren Browser "Comet" darf vorerst keine passwortgeschützten Bereiche von Amazon mehr auslesen, um stellvertretend für Nutzer automatisiert einzukaufen.

Dieses Urteil ist ein wichtiger Meilenstein für den gesamten E-Commerce-Sektor. Es schützt nicht nur die technische Infrastruktur der Plattform, sondern vor allem das hochprofitable Werbegeschäft von Amazon. Im Jahr 2025 setzte der Konzern in diesem Segment 68,6 Milliarden US-Dollar um. Würden KI-Agenten den Einkaufsprozess für den Endkunden unsichtbar im Hintergrund abwickeln, könnten diese wertvollen Werbeeinnahmen für prominente Produktplatzierungen massiv einbrechen.

Starkes operatives Geschäft stützt die Expansion

Die fundamentale Basis für diese aggressive Expansion bildet das florierende Tagesgeschäft, welches die Sorgen um die hohen Investitionskosten abfedert. Im Gesamtjahr 2025 steigerte Amazon den operativen Gewinn um fast 17 Prozent auf knapp 80 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Sparte AWS glänzt mit einer operativen Marge von 35 Prozent. Dennoch reagierten Anleger in den vergangenen Monaten verhalten auf die hohe Kapitalbindung. Nach dem Rekordhoch im November 2025 bei gut 220 Euro hat die Aktie korrigiert und notiert aktuell bei 184,86 Euro, was einem moderaten Rückgang von gut 4 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.

Mit der aktuellen Kapitalmaßnahme und dem juristischen Vorgehen sichert Amazon seine Marktführerschaft fundiert ab. Ein erster Stichtag für die weitere rechtliche Auseinandersetzung steht bereits fest: Bis zum 16. März hat Perplexity Zeit, gegen die gerichtliche Verfügung vorzugehen. Gleichzeitig müssen die nun finanzierten AWS-Kapazitäten zügig monetarisiert werden, um die Profitabilitätskennzahlen nach der Investitionsphase wieder nachhaltig zu steigern.

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